ALLGEMEINES KRANKENHAUS DER STADT WIEN
Universitätsklinik für Kinder- u. Jugendheilkunde
A-1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
Vorstand: o. Univ.-Prof. Dr. R. Urbanek

14. August 1996

An
Herrn Hofrat Dr. Marady
Herrn Dr. Zimper
Bezirkshauptmannschaft Wr. Neustadt
Neuklosterplatz 1
A-2700 Wiener Neustadt

Betrifft:
Olivia Pilhar, geb. 31.12.1988,
15M-100-95/pf – Ihr Schreiben vom 15.7.1996

Lieber Hofrat Marady!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Urlaubshalber darf ich Ihnen erst jetzt Ihren Brief beantworten.

Eine CT-Kopfuntersuchung ist aus medizinischen Gründen nicht indiziert gewesen, da nie Metastasen im Bereich des Kopfes nachweisbar waren, so daß auch jetzt, um die Strahlenbelastung des Kindes zu minimieren, diese Untersuchung von uns nicht verlangt wurde.

Olivia ist nach wie vor in ambulanter Kontrolle unserer Klinik, sie kommt in zwei- bis dreiwöchigen Intervallen. Ihr gesundheitlicher Zustand ist als gut zu bezeichnen, es besteht kein Hinweis für eine Rückkehr der bösartigen Erkrankung.

Mit freundlichen Grüßen
o. Univ. Prof. Dr. R. Urbanek

Anmerkung von H. Pilhar

natürlich war ein Ödem im Stammhirn (Leber-Relais) selbst für einen Blinden leicht erkennbar. Man wollte aber lediglich den Wilmstumor wahr haben, denn Wilmse kann man ja bis zu 95% heilen. Und uns wollte man ein aktuelles Hirn-CT von Olivia verwehren.

Hätte man zugegeben, daß Olivia

  • einen Wilmstumor
  • Leberkrebs
  • Gehirn-“Metastase”
  • Osteolysen in der Lendenwirbelsäulen

habe, hätte man zugeben müssen, dass die Schulmedizin bei so vielen Geschehen lediglich 2% Heilung habe und dann hätte man die Zwangstherapie mit nichts rechtfertigen können. So aber behauptete man stur, Olivia habe nur diesen Wilmstumor und wir Eltern wäre ja wirklich vollkommen verblendet, wenn wir die Chance auf 95% Heilung nicht ergreifen würden.

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