Interpol jagt unsere Familie

Am morgen fuhr ich mit den Kindern zurück zum Hotel. Dr. Hamer hatte von Freunden aus Deutschland und Österreich die letzten Neuigkeiten erhalten. Demnach würde uns Interpol bereits in der Schweiz gesucht haben. Mein Vater solle in einem „orf“-Interview unter Tränen unsere Rückkehr gefordert haben.

Es war klar, dass die Sendung von „spiegel-tv“ dies alles verursacht hatte. Czogalla hatte wahrscheinlich die Telefonnummer aus der Schweiz an die Polizei weitergegeben, wie sonst hätten sie dort nach uns suchen sollen? Auf die Möglichkeit, dass auch Herr Pflughaupt uns verpfeifen könnte, kamen wir zwar schon, glaubten aber, dass sich dieser nicht die eigene Story vermasseln wollte. Schockiert war ich über die Meldung unserer eigenen Eltern. Wir hatten während der ganzen Flucht kaum Zeit gehabt, sie auf dem Laufenden zu halten. Diesen Umstand bedauerte ich nun sehr.

Nach dem Frühstück begaben wir uns in die Klinik. Der zuständige Radiologe musste erst überredet werden, Olivia praktisch ohne Voranmeldung dranzunehmen. Vielleicht hatte ihn auch die Anwesenheit von Dr. Hamer geehrt, jedenfalls hatten wir schnell die Aufnahmen hinter uns und es ging an die Erstellung des Befundes. Innerhalb weniger Minuten war das Zimmer des Radiologen mit neugierigen Ärzten und Schwestern gefüllt. Dr. Hamer diskutierte mit dem Radiologen, Itziar übersetzte, obwohl Dr. Hamer recht gut Spanisch sprach, und ich stand dabei und beobachtete den Vorgang. Die beiden Ärzte waren nicht immer einer Meinung. So zum Beispiel erklärte der Radiologe, es wäre keine Nierenzyste und auch kein Wilmstumor an Olivias rechter Niere, sondern ein Nephroblastom. Über den Leberkrebs allerdings waren sie sich einig, so hatte ich es zumindest aus der Übersetzung Itziars und dem einvernehmlichen Kopfnicken der Ärzte entnommen.

Der Radiologe schrieb den Befund während des Gespräches. Die Dauer der Befunderstellung war ca. eine halbe Stunde. Dr. Hamer hatte zwar seine eigene Ansicht vertreten und auch versucht, diese zu erklären, drang aber sonst in keiner Weise auf den Radiologen ein. Dies hätte sich dieser wohl kaum gefallen lassen. Mit einer Bemerkung auf Deutsch stellte Dr. Hamer fest, der Radiologe solle seine Diagnose ruhig in den Befund schreiben, denn je mehr sich die Schulmedizin selbst widerspräche, umso besser wäre es für uns.

Als wir den Befund kopieren gingen, stellten wir zu unserem Entsetzen fest, dass der Radiologe das Leberkarzinom im Befund nicht erwähnte. Itziar versuchte zwar nochmals mit dem Radiologen diesbezüglich zu sprechen, doch eine nachträgliche Korrektur konnte sie nicht mehr erreichen. Sie vermutete, dass dieser bereits erahnte oder mittlerweile sogar vielleicht erfahren hatte, dass es in diesem Fall um einen größeren publik gewordenen Streitfall ging.

Nach dem Mittagessen in einem Restaurant gingen wir zurück ins Hotel und überlegten uns unsere nächsten Schritte. Wir beschlossen einen Asylantrag an die spanische Regierung zu stellen, sowie einen offenen Brief an den Bundespräsidenten Thomas Klestil zu richten.

Kurz vor 19:00 Uhr ging ich mit Itziar in die Portierhalle um zu telefonieren, als mir zwei Spanier auffielen, die sich mit dem Portier unterhaltend, öfters in unsere Richtung deuteten. Kannten die uns aus den Medien, waren es Journalisten oder gar vielleicht Polizisten? Zu Itziar gewandt, murmelte ich ihr zu, dass mir diese beiden Männer suspekt seien. Kurz darauf kamen sie auf mich zu, zeigten ihren Interpolausweis und erklärten, wir seien vorerst festgenommen und müssten mit auf das Polizeirevier kommen.

Es entwickelte sich eine hitzige Diskussion. Itziar versuchte einen bekannten Rechtsanwalt zu erreichen. Erika schrieb ihren Brief an Klestil fertig. Ich beantragte Asyl in Spanien:

An die spanische Regierung

Betrifft: Antrag auf Asyl als politisch Verfolgter

Begründung:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Uns wurde das Sorgerecht vom Pflegschaftsgericht Wr. Neustadt entzogen, weil wir uns geweigert haben, unsere Tochter Olivia sofort mit Chemotherapie und Operation schulmedizinisch exekutieren zu lassen.

Am 05.07.1995 wurde eine Großfahndung in ganz Österreich eingeleitet mit dem Ziel, unsere Tochter einzufangen und sofort zu operieren. Mit knapper Not sind wir den Häschern entflohen. Über Deutschland flohen wir in die Schweiz. Gestern, 18.07.95, wurde gegen uns eine Interpolfahndung wegen „Kindesentführung“ erlassen.

Wieder konnten wir mit knapper Not aus der Schweiz nach Spanien entkommen.

Wir haben nichts anderes getan, als dass wir – aufgrund der wissenschaftlichen Neuen Medizin – die tausenden Hypothesen der Schulmedizin angezweifelt haben. Heute hat uns die Universitätsklinik Malaga Recht gegeben, nachdem uns bereits am 10.07.95 (siehe Gutachten Prof. Rius) die Universitätsklinik Barcelona schon Recht gegeben hat.

Laut Schulmedizin hätte unsere Tochter Olivia schon seit 3 Wochen gestorben sein müssen. Uns werden immer neue Hypothesen und Horrorprognosen von der Schulmedizin ins Gesicht geworfen.

Jeder darf uns als „Ungehorsame“ gegen die Schulmedizin diffamieren und als Rabeneltern bezeichnen. Dabei hatten wir grundsätzlich von Anfang an gegen eine eventuelle spätere Operation nach den Regeln der Neuen Medizin gar nichts einzuwenden, wenn sie sich aus mechanischen Gründen als notwendig erweisen sollte.

Olivia geht es relativ gut, sie hat Appetit, schläft gut, hat kaum noch Schmerzen und geht kleine Spaziergänge. Wir möchten, dass sie erst wieder an Gewicht zunimmt, bevor wir an eine Operation herangehen wollen. Wir haben vereinbart, dass wir uns in 3-4 wöchigen Abständen in der Universitätsklinik Malaga vorstellen werden.

Wir bitten die spanische Regierung und die andalusische Landesregierung, uns vor der Verfolgung durch unsere österreichischen Gerichte, deren Urteil wir als ungerecht und inhuman empfinden, zu schützen.

Wir versuchen nach unserem besten Wissen und Gewissen die richtige Entscheidung für unsere Tochter zu finden.

Hochachtungsvoll

Erika und Helmut Pilhar

PS: Wir wurden heute um 19:00 Uhr von der Interpol im oben genannten Hotel festgenommen.

Dieses Schreiben wurde von uns abgeschickt, aber gehört haben wir nie mehr etwas darüber, auch beachtete niemand mehr unseren Asylantrag. Während ich das Schreiben mit dem Asylantrag fertigte, hatte Erika folgendes Schreiben an den Bundespräsidenten verfasst:

An den Herrn Bundespräsidenten Dr. Klestil

Betrifft:

Interpol-Fahndung gegen mich und meinen Gatten wegen Entführung meines eigenen Kindes Olivia.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

Solange ich denken kann, war ich stolz darauf Österreicherin zu sein.

Jetzt werde ich von meinen eigenen Landsleuten diffamiert und entehrt, gerade steht die Interpol vor mir und will mich wie eine Schwerverbrecherin festnehmen – und nimmt mich fest.

Meine einzige „Schuld“ besteht darin, dass ich nach redlichstem Wissen und Gewissen das Beste für meine Tochter will. Sie hat einen oder sogar fünf Tumore gleichzeitig. Wie sehr sich alle Mediziner widersprechen, ersehen Sie aus den beigefügten Gutachten der Universitäten.

Der Einzige, der bisher offenbar die Sache richtig eingeschätzt hat, ist Herr Dr. Hamer von der Neuen Medizin, die im Gegensatz zur Schulmedizin keine Hypothesen duldet.

Bitte, Herr Bundespräsident, helfen Sie mir und meiner Familie. Ich will wirklich nur das Beste für mein Kind.

Es geht ihr übrigens einigermaßen gut, sie isst, schläft und geht spazieren. Eben wird sie mit mir von der Interpol verhaftet.

In Erwartung Ihrer sehr geschätzten Antwort, Ihre sehr ergebene

Erika Pilhar


Dr. Hamer verfasste ein Schreiben an den Richter Masizek

Sehr geehrter Herr Richter Masizek!

Da ich mich in den Fall der kleinen Olivia Pilhar wissenschaftlich involviert fühle, möchte ich Ihnen das Kurzgutachten der Rad. Univ. Klinik Malaga zukommen lassen. Die Universität Malaga lehnt die Existenz eines Wilmstumors vollständig ab. Des Rätsels Lösung haben Sie ja in dem Ihnen vorliegenden Video des Interviews mit Prof. Rius, dem Chef der Rad. Klinik der Universität Barcelona.

Ich frage Sie nochmals in aller Höflichkeit, Herr Richter: Finden Sie es wirklich gut, dass die Eltern von Olivia wie Schwerverbrecher mit Großfahndung und auch mit Interpol gejagt werden, wenn die Diagnose von 3 Universitäten so kunterbunt durcheinander purzeln und sich offenbar ständig ändern? In dubio pro reo! …

Jedenfalls stehe ich zur persönlichen Anhörung und zur Konfrontation mit jedem gewünschten Staatsmediziner zur Verfügung.

Die Eltern wollen wirklich nur das Allerbeste für ihr Kind. Übrigens geht es Olivia einigermaßen gut. Sie isst, schläft gut, geht kleine Spaziergänge und planscht im Swimmingpool.

Bitte, überdenken Sie ihre Entscheidung noch einmal. Sie können doch von normalen Eltern nicht erwarten, dass sie sich ruck-zuck für eine der Universitätsmeinungen entscheiden können.

Mit freundlichem Gruß Dr. Hamer


Zwischenzeitig kam ein Kameramann von Herrn Pflughaupt aus München an und entschuldigte dessen Abwesenheit mit einer Flugverspätung von zwei Stunden.

Der Kameramann kam mir gelegen und obwohl ich nicht aus dem Hotel gedurft hätte, nützte ich eine günstige Gelegenheit und verdrückte mich mit ihm aus dem Hotel auf die Zufahrtsrampe und gab ein überstürztes Interview über unsere Verhaftung. Dieses Interview wurde zwar ausgestrahlt, aber komplett gekürzt und nicht im tatsächlichen Zusammenhang unserer Verhaftung. Darin bezeichnete ich die offizielle „Erklärung“ der Krankheit Krebs als gleiche Lüge, wie die absurden Behauptungen der Schulmedizin rund um die Krankheit AIDS.

tagebuch interpol 1

1. Verhaftung durch Interpol!

Irgendwann dazwischen erhielten wir die Nachricht aus Österreich, Bundespräsident Klestil hätte uns amnestiert, wenn wir bis kommenden Freitag zurückkehren würden. Trotzdem wurden wir abgeführt.

Bei dieser ersten Verhaftung war außer diesem Kameramann kein weiterer Journalist anwesend. In einem Zivilwagen wurden wir auf das Polizeirevier gebracht und dort vernommen. Dorthin kam dann auch der gerufene Rechtsanwalt, der uns versicherte, dass wir bald wieder frei sein würden. Wir waren nur mit Olivia festgenommen worden. Itziar und Dr. Hamer fuhren mit Alexander und Elisabeth hinter uns her. Auf dem Polizeirevier mussten wir mit Olivia mehr als eine Stunde ausharren, bis wir anschließend in ein nahes Gerichtsgebäude überstellt wurden.

Dort war ebenfalls wieder viel Geduld gefordert. Olivia, die sich den ganzen Tag über recht tapfer auf den Beinen gehalten hatte, zeigte bereits Ermüdungserscheinungen. Es war zum Verrücktwerden. Wir wurden wie Schwerverbrecher herumgeschleppt. Wir wurden verfolgt, verhaftet und jetzt sollten wir vielleicht auch noch in eine Gefängniszelle? Mit einem Krebskranken Kind? Was sollte uns noch alles zugemutet werden?

Aus den Übersetzungen von Itziar bekam ich mit, dass aus Österreich ein Fax zur Interpol in Malaga eingelangt sei, mit der Bitte uns vorerst festzunehmen.

Alle drei Ärzte, die Olivia in Behandlung nehmen sollten, waren erschienen.

Darunter befand sich auch jener Arzt, der die spanische Fußballmannschaft Real Madrid betreute. Dieser war übrigens gerade im Begriff, an der medizinischen Universität in Madrid eine Doktorarbeit über die Hamer ́schen Herde zu verfassen.

Der Richter schüttelte oftmals den Kopf, als könnte er ebenfalls nicht fassen, was hier vor sich ging und stellte uns ein Schreiben aus, in dem festgestellt wurde, dass wir sehr wohl sorgenvolle Eltern seien, da wir heute Vormittag noch mit Olivia in einer Klinik waren, um sie untersuchen zu lassen. Mit der Auflage, vorerst im Hotelzimmer zu bleiben, konnten wir gehen.

Ganze drei Stunden hatte der Spuk gedauert und wir waren wieder im Hotel. Trotz der Verordnung des Richters im Hotel zu bleiben, schickten wir Erika mit allen Kindern in das Apartment. Wir wollten Olivia fern von Journalisten halten und vor allem fern von diesem Pflughaupt!

Dr. Hamer erzählte mir, dass vor unserer Verhaftung einer der Interpolmänner auf ihn zugekommen sei und fragte, ob er der Journalist sei. Jetzt erst erkannte ich den Zusammenhang! Wieso wusste eigentlich die Interpol wo wir waren? Wir hatten es lediglich Herrn Pflughaupt gestern am Telefon verraten. Und die Uhrzeit! Der Zeitpunkt unserer Verhaftung deckte sich mit dem vereinbarten Termin mit Pflughaupt. Der hatte sich dies ja wirklich fein ausgedacht! Er wollte gleich bei der, von ihm organisierten Verhaftung, live dabei sein und diese filmen! Es dauerte nicht lange, da kam Herr Pflughaupt mit einer „kronen-zeitung“-Zeitung aus Österreich vom 19. Juli mit meiner Mutter auf dem Titelbild, durch die Hoteltür reingestürmt. Er hielt mir die Zeitung unter die Nase. Meine Mutter rief mich über dieses Tageblatt auf, doch endlich wieder mit meinem schwerkranken Kind zurückzukommen.

Was war da in Österreich wohl los? Meine Mutter am Titelblatt einer der auflagenstärksten Tageszeitungen von Österreich! „spiegel-tv“ hatte diese Geschichte zum Explodieren gebracht. Nun gut, soll es so sein. Ungelesen warf ich die Zeitung in den Mülleimer.

tagebuch freilassung 1

Die 1. Freilassung:

Erleichterung – wieder zurück im Appartement

Pflughaupt redete auf mich ein, er meinte es doch nur gut mit uns, dieser Dr. Hamer sei aber, wie sich mittlerweile herausgestellt habe, ein böser Scharlatan. Er vermittelte mir folgende Telefonate, die ich noch spät abends führte:

Telefonat mit dem Pressesprecher des Justizministers von Österreich:

Dieser bestritt, die Interpolfahndung eingeleitet zu haben. Ich war leicht ungehalten und stellte ihm gegenüber fest, dass er entweder lüge oder nicht vollständig informiert sei. Meine ganze Familie komme gerade von einer Interpolverhaftung und selbst im Gericht wurde von einem Fax aus Österreich mit einem definitiven Auftrag gesprochen.

Telefonat mit Frau Dr. Petrovic:

Sie fragte mich, warum wir nicht das Angebot der Anthroposophischen Klinik in Deutschland angenommen hätten. Ich erklärte ihr, nicht so leicht auf eine Falle reinzutappen. Sie wisse selbst, dass in dieser Klinik ebenfalls Chemo verabreicht werden würde, warf ich ihr vor. Dies bestätigte Frau Petrovic. So, als ob ich lediglich einem Formalismus genüge hätte leisten sollen, fragte sie, was ich gegen ein „bisschen“ Chemo einzuwenden hätte.

Momentan war ich völlig verdattert. Sprach ich da wirklich mit der Frau Dr. Petrovic, die ich kannte? Sie war abgesprungen, das war mir klargeworden.


Es kam zu einem unschönen Streit zwischen Pflughaupt und Dr. Hamer. Pflughaupt gab sich einerseits als Freund der Familie aus, beschimpfte aber andererseits unseren Vertrauensarzt auf das Schlimmste. Ich entzog ihm daraufhin dir Erlaubnis, jemals noch über uns in irgendeiner Form zu berichten.

Erschöpft ging ich auf das Zimmer im Hotel. Dass Erika mit Olivia und den beiden anderen Kindern, entgegen den Anweisungen des Gerichtes, nicht die Nacht im Hotel zubrachten, war mir nebensächlich.

Liste mit allen Tagebucheinträge, chronologisch sortiert, aufrufen

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