Gleich nach dem Frühstück holte ich die Kinder von der Familie D. ab, und wir fuhren ins AKH. Gegen 14:00 Uhr hatten wir „news“ versprochen, mit den Kindern zum Christkindlmarkt am Rathaus zu gehen, was auch gelang, da Olivia es selbst so wollte. Die Kinder konnten auf Ponys reiten, mit dem Karussell und einem kleinen Zug fahren. Es wurden jede Menge Fotos gemacht. Nach ca. einer Stunde litt Olivia unter der Kälte, und wir fuhren wieder in das AKH.

Telefonat mit Frau Kustermann (Initiative für Elternrechte):

Es war ein sehr langes und ausführliches Gespräch, welches ich auch teilweise aufzeichnete. Der Kern war der gemeinsame Nenner, dass die Eltern über viel mehr Rechte verfügen müssten und wofür es sich zu kämpfen lohne.

Obwohl diese Frau nicht pro Dr. Hamer war, glaube ich trotzdem, in ihr eine wichtige Kampfkameradin gefunden zu haben.

Telefonat mit Dr. Loibner:

Er wurde für kommenden Montag zu einer Zeugenaussage in unserer Angelegenheit von seinem Bezirksgericht vorgeladen. Der Angelpunkt war das uns belastende onkologische Gutachten. Darin wurde auch behauptet, dass wir alles, auch eine primäre Operation abgelehnt hätten. Dies stimmte eigentlich nicht ganz. Damals erwähnte Dr. Mann, dass bei vorhergehender Chemo mit folgender Operation und Fortsetzung der Chemotherapie eine Erfolgschance von 90% bestünde, bei alleiniger Operation lediglich 40%. Das war für uns keine Alternative.

Für die Zeit kurz nach Weihnachten kündigte Dr. Loibner seinen Besuch an.

Vorbereitung für das deutsche Fernsehen:

Es wurde um ein Interview gebeten mit folgenden Fragen:

Wie geht es Olivia?

Olivia leidet nach wie vor an der spastischen Lähmung an Händen und Füßen, welche sie am normalen Greifen und Gehen hindert. Weiters leidet sie unter sporadisch auftretenden, starken, aber nicht eruierbaren Bauchschmerzen, die sie auch des Nachts oft nicht schlafen lassen. Dies alles sowie Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Depressionen sind Begleiterscheinungen der Chemotherapie, die für gerechtfertigt gehalten werden.

Trotzdem ist derzeit ihr herabgesetztes Immunsystem noch stark genug, so dass wir fast täglich mit ihr für Stunden das Krankenhaus verlassen können. Abends müssen wir sie aber wieder in das AKH zurückbringen, da sie über Nacht an eine künstliche Ernährung angeschlossen werden muss.

Was wünschen Sie sich für Olivia zu Weihnachten?

In erster Linie sicherlich, dass sie Weihnachten im Kreise ihrer Familie verbringen darf und vor allem auch kann. Weiters wünsche ich ihr, dass sie die Therapie überstehen soll, ein langes Leben und eine sorgenfreie Familie haben soll, wie sie es vor dieser Geschichte hatte.

Darf Olivia über Weihnachten nach Hause?

Dies hängt sicherlich primär von ihrem Gesundheitszustand ab. Sollte sich dieser nicht wesentlich verschlechtern, und wenn die Behörden keine Einsprüche erheben, so steht für Olivia einer Weihnachtsfeier im Kreise ihrer Familie nichts im Wege.

Was wünscht sich ihre Tochter?

Sicherlich, dass sie über Weihnachten und auch zu ihrem Geburtstag, welcher zu Silvester ist, zu Hause sein kann. Wie jedes andere Kind wünscht sie sich jede Menge Geschenke. Wessen ich mir aber auch sicher bin, ist, dass sich Olivia ein Ende ihres Krankenhausaufenthaltes wünscht.

Wie soll es jetzt weitergehen?

Das können wir nur wenig mitbestimmen. Wir, die Eltern von Olivia, haben zwei Strafverfahren im Stadium der Voruntersuchung offen. Eines lautet auf Kindesentführung, das andere auf Kindesmisshandlung. Weiters läuft auch noch ein Pflegschaftsverfahren. Das Pflegschaftsgericht hat uns das vollständige Sorgerecht über Olivia aberkannt.

Sowohl meine Frau als auch ich mussten bis heute von einer regelmäßigen Arbeit Abstand nehmen. Unsere derzeitige Situation lässt eine Arbeitsaufnahme einfach nicht zu.

Die Chemotherapie soll bis Ende März fortgesetzt werden, vorerst egal ob Olivia Metastasen hat oder nicht. Seit ihrer Operation am 18. September sind noch immer keine CTs erstellt worden. Wir wissen also nicht, ob andere Organe ebenfalls Krebs aufweisen oder nicht.

Sollten Ende März Metastasen vorhanden sein, dann gnade Gott Olivia! Wir wissen nicht, was der morgige Tag mit sich bringen wird.

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