Olivias Schwellung ist wieder größer geworden. Sie liegt im Bett, ist aber guter Dinge. Gerald rät dringend von einem Besuch in Burgau ab. Es haben sich unzählige Journalisten angemeldet. Dafür wurde aber für kommenden Donnerstag ein Treffen mit Dr. Hamer in München geplant. Um mir eine gewisse Aktionsfreiheit zu verschaffen, besorgte ich mir ein Handy.

Am späteren Nachmittag machte ich mich mit Olivia auf den Weg zu Dr. Loibner.

Besuch mit Olivia bei Dr. Loibner in L.:

Dr. Loibner erklärt seine Negativerfahrung mit der sofortigen Medikamentenverschreibung. Er ist Homöopath und erzielte bereits mit dieser anerkannten medizinischen Richtung Erfolge in der Krebsbehandlung. Seine Erkundigungen über den Wilmstumor von kompetenten Stellen brachten auch nur widersprüchliche Aussagen hervor.

Über Olivia wollte er alles, jede Krankheit seit ihrer Geburt, ob sie oft weinte, wann sie ihre Windeln abgelegt hatte usw. wissen. Leider war Erika nicht mit dabei. Sie hätte dies alles genauer gewusst. Trotzdem konnte ich ihm so viel an Information geben, dass er sich über Olivia ein Bild machen konnte. Nach eingehender Untersuchung des Kindes gab er Olivia eine gezielte Hochpotenz. Welche, weiß ich heute nicht mehr. Sollte sich in den nächsten Tagen keine Besserung einstellen, empfahl er uns, Olivia ins Spital zu bringen. Allgemein riet er mir abzuwägen, ob vielleicht die von der Schulmedizin gewünschte, sofortige Operation die Situation der Familie nicht erleichtern würde. Die Chemotherapie, so glaubte er, könnte ja weiterhin verweigert werden.

Ich glaubte, auch aus seinem Reden einen tiefen Glauben an Gott herausgehört zu haben. Mein gewonnener Eindruck von diesem Arzt war überaus positiv.

Abschließend warnte er mich vor dem Umgang mit den Medien. Seiner Meinung nach könnten viele, jetzt noch positiv schreibende Redakteure, sehr schnell durch den auf sie ausgeübten Druck umfallen.

Er sprach aus eigener Erfahrung im Umgang mit den Medien. Wir sollten uns täglich bei ihm melden und über Olivias Befinden berichten. Auch wäre es erforderlich, ihm Olivia öfters zu zeigen. Nochmals wies er darauf hin, nicht in allen Punkten mit Dr. Hamer übereinzustimmen.

Telefonat mit Gerald.

Es wäre für uns besser, ins Ausland zu flüchten. Für den kommenden Morgen um 3:00 Uhr sei geplant, dass Bekannte von ihm uns abholen kommen könnten. In einem Gespräch mit Dr. Hamer wäre auch dieser für diesen Schritt gewesen. Er ließe uns weiters ausrichten, dass wir uns um Olivia keine Sorgen zu machen bräuchten.

Dieses Angebot wollten wir annehmen, da wir uns in Österreich nicht mehr sicher fühlten und sowieso Ärzte der Neuen Medizin in Deutschland aufsuchen wollten.

Die Bezahlung der Ferienwohnung verlief so, wie Gerald es bereits einmal vorausgesagt hatte. Frau Pfennig verrechnete uns wirklich jeden Brotkrümel und zuletzt fragte sie sogar noch nach, ob in der Wohnung etwas kaputt gegangen sei. Wahrheitsgemäß gestand ich den Bruch zweier Trinkgläser. Ihr Rechenstift zuckte, dann machte sie jedoch eine großzügige Geste, die wohl die Geringfügigkeit des Schadens zum Ausdruck bringen sollte. Ich überlegte mir, auf den Schilling genau rausgeben zu lassen, rundete dann jedoch erst recht den Betrag auf. Als die Sprache auf unser zurückbleibendes Auto fiel, merkte ich deren Sorgen, dass es bei ihnen entdeckt werden könnte. Vieles wurde in Erwägung gezogen. Wie klein doch deren Glaube war, dachte ich bei mir! Wo war denn nun ihr Gottvertrauen? Ohne Rückfrage bei Uriella (Führerin der Glaubensgemeinschaft) schienen sie sich nicht wohl zu fühlen. Für mich hatten sie zu vieles dieser Frau überantwortet. Schließlich, nach langem Hin und Her, konnte ich das Auto bei ihnen lassen, ich musste jedoch versprechen, dieses so rasch wie möglich abzuholen.

Spät abends, nachdem die Kinder zu Bett gebracht wurden, packten wir unsere Habseligkeiten zusammen.

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