Zwangs-Chemotherapie für krebskranke Mädchen Olivia Pilhar (6), entschieden Justiz und Ärzte. Ihrem Vater droht nun ein Haftbefehl. Wenn er das Spital betritt, wird er der Justiz übergeben.

Auch Olivias Vater droht nun Haftbefehl

Juristen und Schulmedizin haben entschieden:

Das krebskranke Mädchen Olivia Pilhar (6) wird zwangs-chemotherapiert! Den Eltern – sie glauben nach wie vor an den mittlerweile per Haftbefehl gesuchten „Krebsheiler“ Geerd Hamer – wurden alle Rechte entzogen. Auch über dem Vater hängt das Damoklesschwert eines Haftbefehls: Er darf sein Kind nicht mehr sehen. Wenn er das Spital betritt, wird er der Justiz übergeben.

Kein schönes Bild Samstag vormittag im Spital Tulln (NÖ). Olivias Mutter Erika (32) – sie wachte Tag und Nacht bei dem Kind – geht: Olivia schreit und weint vor Angst. „Mama, Mama, bleib bei mir!“

Doch Erika Pilhar verläßt ihre Tochter. Und weint. Auch die Ärzte, der Primar, Pfleger und Krankenschwestern brachen in Tränen aus. „Die Ärzte können Olivia nicht chemotherapieren, wenn ich, die Mutter, nicht dabei bin“, meint Erika Pilhar. „Das haben sie gesagt. Aber wenn ich jetzt zu Olivia ins Spital gehe, legt man mir das als Einverständnis mit der Behandlung aus.“

Die Schulmediziner jetzt: „Die Notwendigkeit einer Chemotherapie ist größer als die der Anwesenheit der Mutter.“ Patientenanwalt Prof. Viktor Pickl: „Es geht um das Recht des Kindes auf eine ordentliche Behandlung.“ Olivia wird in die Intensivstation der Kinderklinik im Wiener AKH überstellt. Primar Hanns Vanura: „Auf der Fahrt hat sich das Mädchen beruhigen lassen. Von einem der Sanitäter. Gott sei Dank.“

In der Nacht auf Samstag prüften vier Ärzte noch ein mal Olivias Befunde: Sie sollten die Heilungschance bei der Chemo beurteilen, wenn das Mädchen gegen den Willen der Eltern behandelt wird. Ergebnis: 20 bis 40 Prozent. Vater Pilhar: „Man hat mir gesagt, nur wenn ihre Chance unter 10 Prozent liegt, darf Olivia gegen Revers nach Hause.“

Einer der Gutachter: „Das Kind wird stufenweise in die Therapie eingeführt. Wir müssen den Tumor kleiner machen. Damit der Druck auf die innderen Organe nachläßt. Wir hoffen, das Mädchen in einen Zustand zu bringen, in dem wir den Tumor operativ entfernen können. Es bleibt abzuwarten, wie Olivia anspricht. Es hat keinen Sinn, sie unnötig zu quälen.“

Während das Mädchen allein im Spital liegt, versuchten Helmut (30) und Erika Pilhar auf dem Wiener Stephansplatz auf das Schicksal ihrer Tochter aufmerksam zu machen. Hunderte Passanten blieben stehen, redeten über die sogenannte Neue Medizin des Dr. Hamer. Es hagelte scharfe Kritik. Aber: Die Eltern wurden auch umarmt. Fremde brachten den Pilhars zu trinken. Helmut Pilhar: „Ich darf mein Kind nicht sehen. Ich darf nicht einmal das AKH betreten, sonst werde ich verhaftet.“ Bei der Mutter liegt die Sache anders. Olivias gesetzlicher Vormund Dr. Heinz Zimper: „Wir würden uns nichts mehr wünschen, als daß sie bei Olivia wäre; daß sie sie bei der Chemotherapie unterstützt.“

Was wünschen sich Olivias Eltern? Sie wollen, daß ihre Tochter in der spanischen Klinik in Barcelona behandelt werden darf. Wie berichtet, boten die Ärzte an, Olivia zu operieren ohne vorherige Chemotherapie.


Wie bei Semmelweis

Wir waren bisher immer Leser der … -Zeitung (Name d. Red. bekannt), aber jetzt sind wir entsetzt, wie einseitig und unsachlich diese Zeitung berichtet; Die Hetze dieses Blattes ist widerlich. Wenn auch einzelne Schreiber Ihrer Zeitung wie Eva Deissen nur den Medizinpäpsten nachplappern, ohne die Schriften Dr. Hamers zu kennen, war Ihre Berichterstattung im allgemeinen sehr wohltuend sachlich. Hat einer der Leute, die so gegen Dr. Hamer hetzen, sein Buch „Vermächtnis einer neuen Medizin“ gelesen? Die … bringt jetzt immer Fälle, die angeblich nach einer Behandlung durch Dr. Hamer starben, aber warum läßt man nicht den beschuldigten Mediziner dazu Stellung nehmen? Auf diese Art und Weise wurde Dr. Ignaz Semmelweis aus Wien vertrieben. Der guten Frau Deissen möchte ich zu bedenken geben, daß für die Kosten dieser Aktion nicht die Eltern Pilhar verantwortlich sind, sondern Leute, die es über das Herz bringen, ein krankes Kind samt seiner Familie gnadenlos durch halb Europa zu hetzen.

Hubert Rainer, Haslau an der Donau


Lauter Heuchler

Wenn man die Hetztexte mancher Tageszeitungen liest, glaubt man sich zurückversetzt in die Zeit Galileis oder Paracelsus. Es darf nicht sein, was neue Erkenntnisse bringt – denn wo käme da die Pharmaindustrie hin? Da muß man die Gefahren im Keim zertreten. Leben wir nicht schon wieder unter Natzimethoden? Eine Ärztin wird denunziert als Mittlerin, und man will ihr Berufsverbot durchdrücken. Auch Dr. Marcovich sucht man auf beschämendste Weise Fallen zu stellen – denn all jene, die so um die Lebensrettung Olivias schreien, sind Heuchler. Es geht um Profit (Pharma und Chemie) und Brotneid und Existenzangst. Das soll nicht verallgemeinernd jenen unermüdlich tüchtigen Ärzten den Dank und die Anerkennung schmälern, die pausenlos ohne Dank und Anerkennung ihr Wissen und ihre Energie einsetzen! Eine Handvoll Journalisten hält sich sowohl in der Verreißer-Argumentation als auch beim Vokabular zurück. Achten Sie sorgfältig darauf, daß die Mitarbeiter Ihres Blattes Qualität bewahren.

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