Gegen 9:00 Uhr kam ich nur schwer auf. Am liebsten hätte ich weitergeschlafen und geschlafen und geschlafen …

Ich organisierte einen transportablen Computer mit Drucker für Sigrun.

AKH:

Erika und auch Olivia waren guter Dinge. Aber diese Woche sollte Olivia an fünf Tagen die Chemo verabreicht werden.

Ich konnte gar nicht zusehen. Am Fenster stehend überlegte ich, ob ich den Vorgang der Chemo-Verabreichung filmen sollte. Dazu hätte ich aber den Arzt um Erlaubnis fragen müssen, und das konnte ich mir sparen. Der Arzt zog sich Gummihandschuhe und darüber noch transparente Plastikhandschuhe an. Die Spritzen waren verhältnismäßig dünn und länglich. Eine war mit einer gelben Flüssigkeit gefüllt, die andere steckte leer in einem kleinen Fläschchen und wurde erst kurz vor der Injizierung aufgezogen.

Obwohl wir Eltern dagegen waren, erhielt unser Kind vor unseren Augen Gift verabreicht! Was verlangte man hier von uns, konnte sich überhaupt jemand unser Leid und unsere Qual vorstellen?

Unsere einzige Möglichkeit, unseren Schmerz hinauszubrüllen waren die Medien, aber auch dies war nur beschränkt befriedigend. Trotzdem war es einigen Leuten zuviel, und man drohte uns nun, sollten wir von der Presse nicht Abstand nehmen, mit dem Psychiater. Auch die Ärzte forderten in verschiedenen Gesprächen immer wieder ein psychiatrisches Gutachten. Man wollte uns ruinieren.

Olivia war nun glatzköpfig. Ihre letzten Haare hatte Erika abgeschnitten. Nun sah Olivia wenigstens optisch besser aus. Gestern noch hatte sie mit den vereinzelten, langen Haaren den Eindruck eines Tattergreises erweckt.

Olivia selbst fand es lustig, glatzköpfig zu sein. Erika hatte heute die Rechnung von dem Haarstudio erhalten, welches Olivia eine Perücke geschickt hatte. Das Haar der Perücke reichte Olivia bis über das Gesäß. Damit sah sie nun wieder wie eine ihrer Barbiepuppen aus. Erika schickte diese zurück und wenn die nächste Perücke nicht kindgerecht sein würde, wollte Erika darauf überhaupt verzichten. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass die Glatze für Olivia nur halb so schlimm war.

Für 15:00 Uhr hatten wir einen Termin mit Prof. Dr. Urbanek, dem Leiter der Kinderklinik vereinbart. Dieser war aber in einer Besprechung.

tagebuch olivia foto 09

16.10.1995:

Olivias Narbe musste gereinigt werden…

Olivias Narbe musste gereinigt werden. Sie schrie erbärmlich bei der Reinigung mit dem Alkoholtupfer und versuchte, sich schließlich selbst damit abzuwischen. Schließlich übernahm Erika die Prozedur, und alles unter einem Mordsgeschrei von Olivia.

Später konnten wir zum Essen gehen.

Danach kam Prof. Dr. Urbanek hoch und erklärte, nun Zeit für uns zu haben. Wir gingen in ein Schulzimmer. Professor Urbanek wurde von einem Arzt flankiert.

Was den unwahren „kurier“-Artikel anging, so gab er an, hätte er gewusst, dass Herr Sellin von einer deutschen Zeitung sei, er ihm keine Erlaubnis erteilt hätte.

Dies war gelogen. Herr Sellin arbeitete immer mit Visitenkarte und auch auf der vorangegangenen Korrespondenz stand immer der Zeitungskopf auf den Schriftstücken. Warum die Pressestelle vom AKH verbreitete, wir hätten einen Reporter eingeschleust, wusste er nicht und gab an, dass ihn dies auch nichts anginge.

Seiner Meinung nach müsste Olivia metastasenfrei sein. Ich wies darauf hin, dass seit der Operation von Olivia noch immer keine weiteren CTs erstellt wurden und man so gar nicht sagen könne, ob sie wirklich metastasenfrei sei. Würde aber ein CT zeigen, dass der große Fleck innerhalb der Leber, der bis dato als vorgedrungener Wilmstumor interpretiert wurde, verschwunden war, so wäre dies für mich sehr beeindruckend. Wann also sollten die nächsten CTs erstellt werden, wollte ich wissen.

Plötzlich gaben beide Ärzte gleichzeitig unterschiedliche Antworten. Der begleitende Arzt gab „innerhalb der nächsten 14 Tage“ an, Prof. Dr. Urbanek hingegen „am Ende der Therapie“, also Mitte oder Ende März. Professor Dr. Urbanek meinte weiter, dass der Fleck trotzdem noch sichtbar sein könnte. Dies begründete er wieder mit einem seiner unmöglichen Beispiele: Ich solle mir einen zusammengedrückten Schwamm vorstellen. Dieser würde nach der Druckentlastung noch immer teilweise verdichtetes Gewebe aufweisen und somit würde dies auch ein CT an der Leber sichtbar machen können. Aber man wolle Olivia mit weiteren unnötigen CTs nicht noch mehr mit Strahlung belasten.

Man wurde wirklich für dumm verkauft. Ich glaubte ihnen gar nichts. Ich verließ mich auf meine Menschenkenntnis und die sagte mir, dass ich gerade belogen wurde. Meine Zweifel ließ ich mir aber nicht offensichtlich anmerken, sondern setzte nach. Olivia wurde jeden Morgen Blut abgenommen und im Labor auf Leukozyten und Verschiedenes mehr untersucht. Frau Dr. Slavc erklärte mir, in Olivias Blut wären noch ca. 10 Millionen Krebszellen vorhanden, die nun durch die Chemo bekämpft werden müssten. Nun wollte ich wissen, ob das Blut auch auf Krebszellen hin untersucht werde. Wie ein Lehrer, der seinen nicht immer aufmerksamen Schüler belehrt, erklärte Prof. Dr. Urbanek: „Nein, nach Krebszellen werde nicht gesucht, diese könnten gar nicht bei Wilmstumor nachgewiesen werden. Lediglich bei Leukämie gelänge dies.“

Professor Urbanek sah sich bemüßigt, mir das schulmedizinische Bild der Metastasenbildung zu erläutern: Die Theorie, so Prof. Dr. Urbanek, besage, dass sich irgendwo in Nischen der Organe Krebszellen festgesetzt haben. Und für diese Theorie sei diese schwere Chemotherapie gerechtfertigt, fragte ich. Ja, sie sei international gleich, erwiderte Prof. Dr. Urbanek.

Noch eine Spezialfrage musste ich loswerden. Olivia schwitzte vor Beginn der Chemotherapie des Nachts so stark, dass wir ihr oftmals den Pyjama wechseln mussten. Auch roch ihr Schweiß ganz typisch. Laut Dr. Hamer war dies TBC in der Heilung des Leber- bzw. Nierensammelrohrkrebses. Seit der Chemo war diese Erscheinung schlagartig verschwunden. Wie erklärte sich dies Prof. Dr. Urbanek? Seines Wissens könnten Kinder in der REM-Phase (Abschnitt während des Schlafes, in dem stark geträumt wird, rapid-eyes-movement) sehr viel Schweiß produzieren. Sonst hätte er keine Erklärung.

Was sollte ich mit solch einem Ausweichen anstellen? Ich konnte es nur aufzeigen. Ein leitender Arzt einer Kinderklinik, der zugab, keine Krebszellen finden zu können, trotzdem aber die Chemo verabreicht und der die Symptome einer TBC bei einem Kind nicht kannte!

Ich wollte heimfahren, als Silvia mich anrief und von einer öffentlichen Diskussion mit Dr. Stacher im Kulturzentrum Ebreichsdorf berichtete. Sie wollte sich dies anhören. Ich erklärte mich bereit, und auch ihr Mann Thomas kam mit.
Wir kamen gerade zur Eröffnung der Diskussion in den Saal herein, als die Sprecherin als den Grund der Diskussion den aktuellen Fall Olivia Pilhar anführte und mich im selben Moment erblickte. Das Staunen der Podiumsteilnehmer war groß.

Dr. Stacher bezeichnete die Neue Medizin als Glaubensgemeinschaft und hielt einen uninteressanten, mit Behauptungen und Unwahrheiten über angebliche Erfolge der Schulmedizin gespickten Monolog von über einer Stunde.

Die beliebteste Lüge der Schulmediziner: „Es ist uns mit besseren Medikamenten und einer besseren Diagnostik gelungen, die Lebenserwartung der Menschen zu verdoppeln.“

Absoluter Schwachsinn! Epidemiologen belegen eindeutig, dass die höhere Lebenserwartung auf Hygiene, bessere Arbeitsbedingungen etc. zurückzuführen ist und gerade im Gegenteil dort, wo größere Ärztedichte herrscht, die Lebenserwartung rückläufig ist. Gegen jede noch so einfache Epidemie, wie Schnupfen etc. ist die Schulmedizin machtlos und muss abwarten, bis sie von selbst wieder zum Erliegen kommt. Siehe Buch von Autor Ivan Illich.

Später kam ich zu Wort und hielt Stacher vor, dass die Schulmedizin aufgrund ihrer statistischen Erfahrungen lediglich dem Patienten sagen könne, zu so und so viel Prozenten komme er durch und sie glaube oder vielmehr sie hoffe, dass auch er zu dieser Erfolgsquote zählen werde. Die Schulmedizin ist somit nicht weniger eine Glaubensgemeinschaft.

Stacher gab zu, dass Teile der Neuen Medizin als richtig anzuerkennen seien. Doktor Hamer wäre aber ein Mensch, mit dem man nicht reden könne. Ich machte Stacher den Vorwurf, Dr. Hamer eines auswischen zu wollen und somit wertvolle Erkenntnisse dem Patienten vorzuenthalten.

Der Vortrag war eine Lobhudelei auf die Schulmedizin. Es war deutlich zu erkennen, dass die sogenannte Komplementärmedizin zu einer Farce gemacht wurde, denn Nebensächlichkeiten durften homöopathisch behandelt werden, dann aber musste der Schulmedizin das Feld überlassen werden. Erst wenn diese wieder versagte, konnte wieder die Homöopathie zu Hilfe gerufen werden. Dann aber bestand bereits seitens der Schulmedizin kein weiteres Interesse an dem Patienten.

Wir gingen vorzeitig. Es war einfach zu langweilig. Das Thema der Diskussion war „Scharlatanerie“. Den Spaß, über die Neue Medizin herzufallen, hatte ich aber vermutlich Dr. Stacher verdorben.

Es kam noch zu einer Aussprache mit Silvia und Thomas. Ob sie verstanden hatten, dass ein Psychiater uns lediglich offiziell ausschalten sollte?

Am vergangen Wochenende fand in Deutschland ein Kongress des „Weltfundaments für Naturwissenschaft“ in Lindau statt. Frau Dr. Marcovich und auch Dr. Hamer kamen dort zu Wort. Doktor Hamer erhielt drei standing-ovations.

Mein Ziel war es nun, irgendwie zu weiteren CTs von Olivias Leber zu gelangen oder zumindest den Umstand des Nichterstellenwollens weiterer CTs seitens der Ärzteschaft zu veröffentlichen. Dazu konnten mir die Medien dienlich sein.

Es war wirklich grotesk. Als wir mit Olivia von der Wr. Neustädter Klinik in das St. Anna-Kinderspital übersiedelten, hatten wir alle erdenklichen CTs und Röntgenbilder von Wr. Neustadt mitgenommen. Im St. Anna-Kinderspital wurden sie ein weiteres Mal erstellt. Man erklärte uns, die Serie aus Wr. Neustadt sei nicht professionell angefertigt worden.

Heute wissen wir, dass das Erstellen von CTs und dergleichen eine einträgliche Einnahmequelle für jede Klinik darstellt, und diese Untersuchungen, egal ob sie der Patient bereits hat oder nicht, egal ob er schon x-fach mit der Strahlendosis belastet wurde oder nicht, einfach gemacht werden. In der zur Zeit laufenden politischen Diskussion um Einsparungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen wurde gerade dieser Punkt des ewigen Neuerstellens von Untersuchungsbildern bei Überstellung eines Patienten in ein anderes Krankenhaus von Abgeordneten heftig kritisiert. Damals war die wiederholte CT-Erstellung bei Olivia überhaupt kein Thema. Aber bereits damals im St. Anna-Kinderspital war der faustgroße Fleck in der Leber erkennbar. Allein von den Abmessungen her passte er in keiner Weise mit dem noch „kleineren“ Wilmstumor zusammen.

Andererseits sahen wir bei den Kindern der Station im AKH, dass die Ärzte regelrecht mit einem dichten Raster an CT-Terminen, auf ständiger Metastasenjagd waren. Nur bei Olivia schien sie dies nicht zu interessieren! Ein noch immer vorhandener Fleck in der Leber hätte mit einem Schlag ihre Erklärung vom 6-Liter Wilmstumor über den Haufen geworfen, das wussten sie.

Allein der Umstand, dass Olivia zusätzlich zum Wilmstumor einen Leberkrebs hatte, würde die schulmedizinische Erklärung von „anfänglich über 90%“ Heilungserfolg als blanke Lüge entlarven! Ein Kind mit Wilmstumor und Leberkrebs hat meines Wissens laut Schulmedizin nicht einmal 10% Aussicht auf Heilung. Und ein Kind mit dieser schlechten „schulmedizinischen“ Prognose einer Zwangschemopseudotherapie auszuliefern, kommt einem Mord gleich!

Das ist meine persönliche Überzeugung.

Sie wollten nicht mit weiteren CTs Beweismaterial schaffen!

Liste mit allen Tagebucheinträge, chronologisch sortiert, aufrufen

Olivas tagebuch als PDF-Datei

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