Olivia ging es diesen Morgen wesentlich besser. Während der Nacht schwitzte sie dermaßen, dass wir ihren Pyjama zweimal wechseln mussten. Olivia hatte eindeutig die von Dr. Hamer vorhergesagte TBC.

Telefonat mit Dr. Stangl:

Dr. Stangl erklärte sich definitiv gegen den Einsatz der Chemotherapie. Er weigerte sich aber strikt, in unsere Angelegenheiten mit hineingezogen zu werden. Dr. Stangl hatte bisher weder Olivia, noch irgendeinen Befund gesehen, empfahl mir aber, mit ihr nach Graz in eine Klinik zu fahren.

Telefonat mit Dr. Hamer:

Dr. Hamer hatte bereits das Gegengutachten und das Video von Barcelona verschickt. Der Gutachter war Chefradiologe Prof. Rius aus der Universitätsklinik Barcelona, jener Klinik, die auch die königliche Familie aufzusuchen pflegt.

Telefonat mit Dr. Antonescu:

Dr. Antonescu hatte das Gegengutachten erhalten, musste dies jedoch erst übersetzen lassen. Ich erklärte ihm, dass wir nunmehr den Spieß umdrehen und den österreichischen Staat auf Schadensersatz verklagen müssten.

Telefonat mit Frau Dr. Mühlengart:

Dr. Mühlengart erklärte sich bereit, Olivia zu behandeln. Wir müssten jedoch nach Nürnberg kommen.

Telefonat mit Dr. Hamer:

Dr. Hamer teilte mit, dass Herr Prof. Pichler bisher keine Ärzte auftreiben konnte. Herr Prof. Pichler befürchtete, dass die Ärzte Angst vor dem Gegengutachten hatten und deshalb auch nicht kommen wollten. Seiner Ansicht nach müsste das Bezirksgericht nach Erhalt des Gegengutachtens uns sofort unser Sorgerecht zurückgeben.

Telefonat mit Dr. Antonescu:

Er erklärte plötzlich, dass er beabsichtige, das Mandat niederzulegen. Er beklagte sich, dass er mich bisher immer gut beraten und mich vor den Konsequenzen gewarnt hätte, ich jedoch trotzdem immer entgegen seinen Empfehlungen gehandelt habe.

Er hat bei der Staatsanwaltschaft nachgefragt und die Information erhalten, dass es keine Großfahndung gegeben hat, und das sei nunmehr für ihn gültig. Auch er teilte mir nochmals mit, dass sich kein Arzt für das geplante Komitee finden würde.


Dr. Antonescu war umgefallen. Warum? Er wusste doch, dass für uns die Chemotherapie nicht in Frage kam und wir deshalb gezwungen waren, vor dem Staatsapparat zu fliehen. Seine widersprüchlichen Aussagen betreffend die Großfahndung waren ebenfalls eigenartig.

Das Ärztekomitee schien auch nicht zustande zu kommen. Die österreichischen Ärzte hatten offensichtlich Angst vor einer Blöße. Sie wussten, dass nun bereits das Video vom Chefradiologen Prof. Rius existierte. Wo war nun ihre Sorge um Olivia? Ich konnte nur Sorge um ihr eigenes Ansehen erkennen.

Auch die „Grünen“ gingen nun auf Abstand. Eine ganze Partei gab dem Druck nach. Wer hatte hier so viel Macht?

Telefonat mit meinem Chef (Wien):

Er wies mich darauf hin, dass bei Dienstfreistellung trotzdem die Firma den Arbeitgeberanteil bezahlen musste. Dies müsste erst der Firmvorstand genehmigen. Sollte dies nicht geschehen, so müsste mir gekündigt werden.
Das war nun wirklich meine geringste Sorge. Es zeigte mir aber, dass ein Angestellter auch nur, solange er Gewinn abwirft, gehätschelt und gepflegt wird. Sobald dies nicht mehr gegeben ist, entledigt man sich seiner.

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