Infodienst Amici di Dirk

Jan., 1/1992

Liebe Leser,

Viele von Euch haben sicherlich in der Presse die Vorgänge um den nach 13 Jahren aufgenommenen Prozeß gegen den Prinzen Savoyen registriert, der sich wegen Mordes an Dirk Hamer, dem Sohn von Dr. Hamer, in Paris vor einem Schwurgericht zu verantworten hatte. Bekanntlich wurde Prinz V. Emmanuel von Savoyen nur wegen illegalen Waffenbesitzes für 6 Monate auf Bewährung verurteilt. Was ist ein Menschenleben wert?

An dieser Stelle möchten wir allen Briefschreibern und Telegrammsendern danken, die ihre Solidarität mit der Familie Hamer bekundet haben!

Interessant war, daß man sich in der internationalen Presse, allen voran der italienischen, über das offensichtliche Unrecht empörte. Die Häßlichkeit dieser Demonstration der Macht, die zynische Arroganz der Justiz und das jämmerliche Auftreten des Angeklagten, eines Hätschelkindes der Mächtigen in Frankreich (Duzfreund des Bruders von Staatspräsident Miterand, einer seiner Anwälte, Lombard, Duzfreund von Miterand) war für jeden halbwegs normal empfindenden Menschen zuviel. Nicht so für die „deutsche Presse“ (mit teilweiser Ausnahme der BILD-Zeitung):

Hier nutzte man den Prozeß in Paris um die Person Dr. Hamers und seine medizinische Erkenntnisse zu verunglimpfen: Selbst als „seriös“ geltende Zeitungen wie der Bonner „General-Anzeiger“ titelten: „Schwere Vorwürfe gegen Eltern Hamer“. Die hiesige Presse machte sich somit fast ausschließlich die Argumentation der gegnerischen medizinischen Gutachter in Paris zu eigen, durch das höchste französische Gericht der „Cour de Cassation“ verbotener Auftragsarbeiter (Prof. Olmer, Prof. Hollander), die DIRK z.T. nie gesehen hatten und die absurde These vertraten, nicht die Schwere der Verletzungen hätten zum Tode des Opfers geführt, sondern die Anwesenheit der Eltern, beide Ärzte, die ihrem Sohn, der vor Durst schrie, ein Glas Milch zu trinken gegeben hätten, was der Herr Professor nicht angeordnet gehabt hätte.

Auch der Transport nach Deutschland mit dem Flugzeug hätte eine Verschlechterung bewirkt. Nicht erwähnen taten Journalisten, wie Gutachter, daß im Krankenhaus in Marseille die Ratten herumliefen und daß Dirk selbst entschieden hatte, nach Hause zu fliegen.

So unterschlug die „deutsche Presse“ fast ausschließlich die „schweren Vorwürfe“ die von wichtigen Zeugen gegen den Prinzen Savoyen geäußert wurden, etwa von demjenigen, dem die Schüsse eigentlich galten, dem italienischen Arzt Niki Pende, der in die Mündung des Karabiners geblickt hatte und sich nur durch einen Sprung auf den Deckboden des Schiffes mit versengten Haaren retten konnte.

In der Folge möchten wir Ihnen die Zusammenhänge einmal im Ganzen darstellen. Alles Material hatten sämtliche deutsche Zeitungen und Agenturen gefaxt bekommen – ohne Resonanz. Nur Der Spiegel (Frau Gisela Friedrichsen) meldete bei der Anwältin der Familie Hamer in Paris Interesse an, wurde jedoch zurückgepfiffen.

Als Dr. Hamer Mitte Januar seine Anwältin in Paris besuchen wollte, um mit ihr die Revision des Verfahrens zu besprechen, entging er auf dem Bahnhof in Paris nur knapp einem Festnahmeversuch: Fünf verknitterte Gestalten sprangen, als er in Paris morgens um 6.30 Uhr den Zug verließ, auf in zu. Im ersten Moment dachte er, es seien Penner, die ihm etwas verkaufen wollten und lehnte dankend ab. Dann hielt man ihm plötzlich Handschellen entgegen und sagte etwas von „Douane“, „Zoll“. Zum Glück behielt Dr. Hamer die Nerven und ließ die „Zolluntersuchung“ dieser merkwürdigen Zollfahnder lächelnd über sich ergehen, die selbstverständlich zu nichts führte…

Tendenziöse Berichterstattung in der deutschen Presse:

Kölner Stadt-Anzeiger, 15.11.91: Vorwürfe gegen Hamers Eltern

Tenor der italienischen Presse:

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