MAGISTRAT DER STADT WIEN
Allgemeines Krankenhaus
Ärztliche Direktion Informationszentrum – Außenbeziehungen
1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20 ÜVR: 0000191

zu AKH/AÜR/A/sine/95

Wien, 19.9.1995

Pressegespräch „Olivia”

Ihre Gesprächspartner

Prim.Univ.Prof.Dr. Helmut Gadner, Ärztlicher Direktor St. Anna Kinderspital
Prof.Dr. Ernst Horcher, Leiter der Klinischen Abteilung für Kinderchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie
Prof.Dr. Reinhard Krepier, Ärztlicher Direktor ABU
Bezirkshauptmann Hofrat Mag. Herbert Marady, Vormund von Olivia Pilhar
Prof. Dr. Richard Pötter, Vorstand der Univ.Klinik für Strahlentherapie und Strahlenbiologie
Doz.Dr. Margot Semsroth, Univ.Klinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin
Dr. Irene Slavc, Onkologin der Univ.Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Prof.Dr. Radvan Urbanek, Vorstand der Univ.Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Doz.Dr. Klara Wandl-Vergesslich, Radiologin der Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Prof.Dr. Michael Zimpfer, Vorstand der Univ.Klinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin

Krankheitsverlauf bei 6-jähriger Olivia

Aufnahme 29.7.1995

Tumorbedingte Kachexie, schlechter Aligemeinzustand, Bauch durch einen großen Tumor stark vorgewölbt, Körpergewicht 27 kg bei Soll 27,5 kg (Tumormasse ca. 6 kg)

Leber und rechte Lunge durch den Tumor zusammengedrückt, Lungenentzündung rechts, feuchter Husten und Atemnot

Wegen zunehmender Erschöpfung, Appetitlosigkeit und Atemnot sowie ausgeprägter Entzündungszeichen sind am 2. Behandlungstag folgende Maßnahmen erforderlich:

1. Ernährung durch Infusionen
2. Therapie mit Antibiotika
3. Beginn einer Beatmung

Nach Auswertung klinischer Untersuchungen, Blutwerte sowie der Befunde der bildgebenden Verfahren Festlegung der Diagnose:

Nephroblastom/Wilms Tumor (Größe ca. 6 Liter) mit Metastasen in der Lunge und Leber (Stadium IV)

Beginn der zytostatischen Therapie und Bestrahlung ab 2. Behandlungstag Psychologische Gesprächstherapie mit den Eltern / Familie ‘ Physiotherapie

Die Beatmung bzw. die Intubation kann innerhalb von 2 Wochen beendet werden, die Gabe von Zytostatika wird plangemäß fortgesetzt.

Schrumpfung des Tumors ab 2. Behandlungswoche bis auf 1 Zehntel des Ausgangsvolumens (ca. 450 ml), Verschwinden der Metastasen aus der Lunge sowie Leber – Entzündungszeichen im Blut sowie von Anfang an bestehende Lungenentzündung gehen unter Antibiotika zurück

das Mädchen kann ab 3. Behandlungswoche allmählich wieder trinken und essen

in der 4. Behandlungswoche steht Olivia langsam aus dem Bett auf und macht kleine Spaziergänge mit der mitaufgenommenen Mutter auf der Station der Kinderklinik

in der 5. Behandlungswoche Beginn des Schulunterrichtes an der Klinik

Nach Beendigung des ersten Behandlungszyklus mit Zytostatika befindet sich Olivia in relativ gutem Allgemeinzustand, Körpergewicht beträgt 23,2 kg, das Blutbild ist ausgeglichen, es bestehen keine Infektionszeichen, die Funktion der linken Niere ist normal, die rechte Niere ist vom Tumor befallen, sonstige Vitalfunktionen wie Atmung, Verdauung und Kreislauf sind ausgeglichen.

In der 8. Behandlungswoche, am 18.9.1995, erfolgte eine erfolgreiche Entfernung der bösartigen Nierengeschwulst samt befallener rechten Niere.

Weitere zytostatische Therapie für das nächste halbe Jahre ist an der Klinik vorgesehen.

o.Univ.Prof.Dr. R.Urbanek
Leiter der Univ.-Klinik für Kinder-und Jugendheilkunde im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien

Anmerkung von H. Pilhar

Im Medienverfahren KURIER – “fahrlässige Einschleußung” ist die Feststellung dieser Presseerklärung “es bestehen keine Infektionszeichen” noch von Bedeutung.

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