Telefonat mit Dr. Hamer:

Er erhielt eine Vorladung von der Staatsanwaltschaft für den 30.11 oder 15.12.95 betreffend Olivia.

Für unsere morgige Vernehmung empfahl er, die Aussage zu verweigern. Begründung z.B.:

  • Entzug des Sorgerechts wurde erst in Tulln rechtsgültig
  • Es liefen noch die Fristen

Das Gericht befände sich in Beweisnot, und wir dürften uns nicht in Aussagen verfangen, die uns im Weiteren schaden könnten.

Er empfahl, Richter Masizek und Dr. Wegrostek unter Eid aussagen zu lassen, ob sie eine Absprache getroffen hätten, die Einspruchsfrist für den Rekurs (Berufung) verstreichen zu lassen.

Für den Zeitraum bis Tulln schlug er vor, jede Aussage zu verweigern.

Das Schreiben des Deutschen Bundestages über die mangelnde Effizienz der schulmedizinischen Krebstherapie liege als Original bei Rechtsanwalt Mendel.

Richter Zak setze voraus, dass die Neue Medizin falsch sei. Hat er irgendein Überprüfungsergebnis darüber?

Olivia leide wegen der Chemo wahrscheinlich bereits unter einer Leberzirrhose. Die Leber sei möglicherweise geschrumpft und könne nun kein Eiweiß in Aminosäuren zerlegen. Deshalb die künstliche Ernährung über Infusionen und das Erbrechen bei normaler oder Sondenernährung. Im Fernsehen hätten die Ärzte lediglich die CTs vom Anfang August gezeigt, wo die Leber noch groß war. Dann bildete sich aber bei Olivia durch die Chemo die Schwellung komplett zurück, d.h. noch vor der Operation war die Leber bereits geschrumpft. Späteren CTs wurden bekanntlich nicht mehr gezeigt. Sollte Olivia sterben, werde sich ein Pathologe finden, der beim Befund den Leberkrebs „übersehen“ werde.

Das Schreiben lautet im Originaltext:

„Im Deutschen Bundestag wurde unwidersprochen festgestellt, dass man auf Anfrage aus dem mit 200.000 DM täglich (!) subventionierten deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg keinerlei Unterlagen bekommen habe, aus denen die Effizienz der konventionellen Krebstherapie auch nur mit einem Minimum an Überzeugungskraft hervorginge.“ Fiebig, MdB, Protokoll 184, Sitzung 8. Wahlperiode des dt. Bundestagey, 9.11.1987

Treffen mit Frau Pflanzl:

Mutter eines 7 jährigen Sohnes mit Wilmstumor. 1993 diagnostiziert, 1 Jahr Chemotherapie, 2 Operationen, St. Anna-Kinderspital, seit einem Jahr aus der Behandlung, einmal in 3 Monaten zur Kontrolle, letztes CT vor ca. einem Jahr. Sie hatte bereits einmal versucht mit uns schriftlich Kontakt aufzunehmen und kam jetzt angeblich aus freien Stücken Olivia besuchen.

Erikas Tagebuchnotizen:

Olivia ging es gut, keine Bauchschmerzen, und sie hatte auch die Nacht gut geschlafen. Zu Mittag konnte sie ein bisschen essen. Abends fingen die Schmerzen aber wieder an und sie musste auch erbrechen.

AKH:

Gesundheitsbericht über das Kind Olivia:

Die postoperative Phase der zytostatischen Behandlung hat Olivia in den letzten zwei Wochen stärker beansprucht. Die im Behandlungsprotokoll vorgesehene kurzfristige Therapieintensivierung wurde allerdings gut vertragen. Olivia hat ihren Schulunterricht fortsetzen können und nahm auch regelmäßig an der physiotherapeutischen Behandlung teil. Die Ernährung wird nach wie vor mit Unterstützung von Infusionen gestaltet. In den nächsten zwei Wochen wird eine leichte Appetitbesserung erwartet.

Die Eltern wechseln sich in der Mitbetreuung des Kindes in der Klinik ab.

Univ. Prof. Dr. R. Urbanek

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Olivas tagebuch als PDF-Datei

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