Gespräch mit Dr. Loibner:

Es gab nicht viele Ärzte, mit denen man unter diesen Umständen noch normal und ungezwungen sprechen konnte, doch Dr. Loibner war ein solcher. Vor allem aber besaß er große Lebenserfahrung. Er bewunderte unser Durchhaltevermögen, riet aber zu mehr Ruhe. Gegenüber Dr. Hamer war er geteilter Meinung, betreffend seiner Leberdiagnose meinte er nunmehr doch, dass der Kölner Arzt hier irre. Über Olivias Zustand machte er sich ernstlich Sorgen.

Telefonat mit Herrn Puschler:

Er hatte mit der Pressesprecherin des AKH gesprochen und teilte mir nun mit, dass die Leitung des AKH sehr erbost darüber sei, keine Fotos von Olivia für die österreichischen Medien zu bekommen. Unsere Weigerung, diese Fotos auszuhändigen, sei aber unser Recht und dagegen sei das AKH machtlos. Soweit die Auskunft der dazu befragten Rechtsabteilung des AKH.
Ich gestehe, eine gewisse Schadenfreude genossen zu haben.

AKH:

Olivia litt unter spastischer Lähmung an den Händen und Füßen. Die Ärzte bezeichneten dies als Spitzfuß, und als Ursache gaben sie die nervenschädigende Nebenwirkung der Chemotherapie an.
Laut Dr. Hamer könnte hierfür zusätzlich aber auch ein Konflikt des Nicht-Entfliehen- Könnens verantwortlich sein.

Treffen mit Herrn Rebasso:

Herr Benedetto sah, so wie ich, in der Psychiatrisierung eine große Gefahr. Magister Rebasso teilte unsere Meinung nicht so. Er vertrat die Ansicht, dass ein negatives Gutachten im Strafverfahren nicht, aber sehr wohl im Pflegschaftsverfahren gefährlich sein könnte. Ich wurde für morgen instruiert, beim Richter Zak Akteneinsicht zu halten, vor allem aber bei Prof. Ängstler in naher Zukunft ein Privatgutachten erstellen zu lassen. Betreffend das weitere Vorgehen mit der Presse, erklärte sich Sigrun bereit, als Pressereferentin zu fungieren.

kurier – AUFREGUNG UM BILDER VON OLIVIA: ÄRZTE HATTEN FOTOTERMINE WEGEN INFEKTIONSGEFAHR UNTERSAGT

Über diesen Artikel war ich momentan fassungslos. Es wurde die blanke Lüge verbreitet. Wer log, die Zeitung oder die Ärzte? Warum? Professor Urbanek hatte den Sicherheitsbeamten angewiesen, den Fotoreporter der deutschen Zeitung „bild am sonntag“ in das Zimmer von Olivia reinzulassen. Der Sicherheitsbeamte war die ganze Zeit des Besuches im Zimmer anwesend. Und was hieß „wegen Infektionsgefahr“? Olivia durfte die ganze Zeit Besuche empfangen. Niemand, auch nicht die Ärzte und Krankenschwestern, die Olivia betreuten, hatten bisher Mundschutz oder sonst irgendeine Vorkehrung wegen Infektionsgefahr getroffen.

Es hatte bisher überhaupt keine Infektionsgefahr bestanden! Und abgesehen davon, wie hätte es gelingen sollen, den Fotoreporter in das Zimmer einzuschleusen? Rund um die Uhr war doch ein Wachbeamter vor der Tür zu Olivias Krankenzimmer abkommandiert. Es war unmöglich, unbemerkt am Sicherheitsbeamten vorbeizukommen!

Der Artikel war eine gemeine Revanche dafür, dass wir die ersten Fotos von Olivia an eine deutsche und nicht an eine österreichische Zeitung weitergegeben hatten.

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