AREA DE TEORIA DE LA LITERATURA

universidad de malaga
facultad de filosofia y letras
campus de teatinos, s/n
29071 MALAGA

21.12.1994

Tumorforschung
Westdeutsches Tumorzentrum
Dir. Prof. Dr. S. Seeber
Essen

Sehr geehrter Herr Prof. Seeber,

Kürzlich erfuhr ich die Nachricht, daß Dr. Hamers Habilitationsschrift nochmals abgewiesen wurde und ich dachte, ich sehe und höre nicht richtig. Da Sie, Herr Prof. Seeber, dazu freundlicherweise beigetragen haben, wende ich mich an Sie, denn, wie ein spanisches Sprichwort sagt, das Letzte, was man verlieren soll, ist die Hoffnung, mit der Bitte, doch zu Vernunft zu kommen.

Was geht denn dort in Deutschen Landen vor (ich habe in Tübingen studiert), daß keine öffentliche Diskussion des wissenschaftlichen Diskurs der Neuen Medizin erlaubt wird? Ist es tatsächlich möglich, daß die deutschen Köpfe (die großen und komplexen deutschen Gehirne) unfähig sind, die einfachen Dinge, die biologischen Gesetzmäßigkeiten der Neuen Medizin, nicht verstehen können und wenn das so sein sollte, nicht den Großmut haben, daß diese Gesetzmäßigkeiten geprüft werden? Woher hat man denn eigentlich Angst? Werden nicht Millionen DM für andere unnötige „Spielereien“ und „Zeitvertreibsforschung“ auch auf dem Gebiet der Medizin verpufft?

Die Neue Medizin ist nicht stillzuschweigen, das dürften Sie inzwischen schon gemerkt haben. Wäre es dann doch nicht angebracht, da es sich „bei dem Schriftmaterial des Dr. Hamer um esoterisch-autistische Schriften ohne naturwissenschaftliche Basis handelt … und der Autor eine Gefahr für die Gesundheit unserer Bevölkerung darstellt“ (siehe Ihr Gutachten vom 25.5.94), dieses rasante Vorschreiten der Neuen Medizin zu verhindern? Die Menschheit wäre Ihnen dankbar; das wäre ein echter Schritt, uns vor dem düsteren Mittelalter der Neuen Medizin zu bewahren.

Man fragt sich etwas naiv, ob es nicht conditio sine qu non ist, Arzt oder generell „Naturwissenschaftler“ zu sein, um die Spannweite der Neuen Medizin bewerten zu können. Jedoch, wenn man weiß, daß die „Universitätsneutralität“, die Akademische Utopie, die Kulturindustrie und die weiteren konventionellen Antriebe unserer sogenannten Zivilisation Trug, ideologische Verdummung, gremialer Schmutz darstellen, dessen Sinn es ist, den machtvollen Einrichtungen Glanz und Stütze zu verleihen, dann bleibt einem keine andere Möglichkeit, als an den Menschen mit guten Willen, welche ein Amt in öffentlichen Anstalten inne haben, zu zweifeln, da sie ja eine manifeste Unfähigkeit beweisen gegen die Brutalität, unter der wir leiden, tatkräftig einschreiten zu können.

Noch ein Zitat von B. Brecht: „Der Philosoph Le-geh lehrte: Bevor es den Kopf gab, gab es den Gedanken. Der Gedanke brauchte, um hervorgebracht zu werden, nur noch den Kopf. Der Kopf fügte sich dieser Notwendigkeit und entstand.“

Zu Ihrer Information: Im 2. Kanal des öffentlichen spanischen Fernsehens wurde zum 4. Mal ein Programm über die Neue Medizin ausgestrahlt. Dieses Programm und insbesondere die Person des Dr. Hamer wird daraufhin einen Preis verliehen bekommen. Schade nur, daß Dr. Hamer in seinem Lande (sprich deutsche Medizin) kein Prophet werden darf.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. José de la Calle Martin
Director Area de Teoria de la Literatura

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