Ich, weiblich, 41 Jahre, Linkshänderin, ohne Pille oder andere Hormone, bin Mutter einer 15jährigen Tochter und eines 14jährigen Sohnes.

Über 11 Jahre bestand mein Leben aus Arbeiten, für meine kleine Familie sorgen, für sie ein Zuhause zu schaffen und uns mithilfe meiner Eltern, die mir sehr viel bedeuten und im Nachbarhaus wohnen, über Wasser zu halten.

All die Jahre machte ich natürlich auch Erfahrungen mit dem männlichen Geschlecht, es hatte aber nie für eine feste Verbindung gereicht. Irgendwann war ich an einem Punkt, wo ich schlicht zu müde war auf einen Partner zu hoffen. Zu dem Zeitpunkt lernte ich einen Mann kennen, der fast 7 Jahre jünger ist und für mich zuerst als potentieller Partner nicht in Frage kam. Wir gingen viel unter Leute, er zog mich immer wieder raus um „etwas zu erleben“ und das tat mir sehr gut.

Ich sehnte mich schon nach einiger Zeit mit ihm zusammen zu sein, hatte aber Angst vor Ablehnung aufgrund meiner schlechten Erfahrungen. Meine Familie ist nicht konservativ, aber als wir die Karten auf den Tisch legten, dass er und ich zusammen sind, waren sie nicht sehr begeistert.

Mein Freund passt nicht in die Norm: Er hat das Herz auf der Zunge, ist geradeaus und er stellt vieles in Frage, wozu auch sein Interesse für eine „Germanische Neue Medizin“ dazugehört. Für die heutige Gesellschaft ein unangenehmer Genosse, aber für mich erfrischend. Ein Mann mit Verstand!

Nun kam es zu Gesprächen mit meiner Familie, die ich gar nicht wollte. Ich hatte das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, wie ich mein Leben zu leben hatte und mit wem. Der Einzige, der offen auf meinen neuen Freund zuging war mein Vater, da er mich auch gefragt hatte, ob ich denn mit ihm glücklich wäre, was ich bejahte. Er bot ihm auch sofort das „Du“ an.

Am 30. Mai hatte mein Vater noch die Zeitung ausgetragen und sich danach ins Bett gelegt und gegen 7 Uhr verstarb er urplötzlich und aus heiterem Himmel mit 62 Jahren! Er hatte sich nicht schlecht gefühlt oder ähnliches. Vom Notarzt wurde ein Sekundentod/Herzinfarkt diagnostiziert.

Nach vielen Gesprächen und während der größten Trauerzeit konnten wir herausfinden, was geschehen war:

Ich habe 2 Schwestern und einen Bruder, der immer das Nesthäkchen war. Ich war zwar der eigentliche kleine Liebling meines Vaters, aber mein Bruder hatte die völlige Narrenfreiheit und lebte oftmals völlig über die Stränge. Er entsprach einfach nicht dem, was mein Vater sich für seinen einzigen Sohn gewünscht hatte. Er war lange arbeitslos und vieles mehr.

Als ich den Vater meiner Kinder mit 18 Jahren kennen lernte, war dies wie ein Ersatz für den „verlorenen Sohn“. Mein Vater verbrachte sehr viel Zeit mit meinem damaligen Mann und sie begannen für mich und unsere Kinder ein Haus zu bauen, in dem wir leben konnten. Sie arbeiteten hart, aber immer gemeinsam. Als das Haus im Rohbau war, lief die Ehe mit mir und meinem Mann nicht mehr, er verließ mich wegen meiner besten Freundin und ließ mich mit meinen 2 Babys und dem halbfertigen Haus allein.

Das traf mich sehr hart, aber meinen Dad noch viel mehr, da er doch so sehr auf ihn gebaut hatte! Er drohte meinem Exmann sogar ihn zu erschießen, wenn er sich noch einmal blicken lassen würde. Das war so ein starkes Thema für ihn, dass er noch über ein Jahrzehnt für mich einstand, da er es meinem Exmann beweisen wollte, dass wir ihn nicht brauchen würden und es auch ohne ihn schaffen würden.

Dieser Konflikt wurde mit meinem neuen Freund gelöst. All die Jahre in denen ich nur Männer getroffen hatte, denen es nur um das „Eine“ ging, wurde der Konflikt aktiv gehalten.

Erst als er sah, wie glücklich ich mit meinem neuen Freund war, konnte er seinen Konflikt lösen. Leider mit einer Konfliktmasse von fast 11 Jahren…

Der Konflikt wurde vermutlich am Ostersonntag 2011 gelöst, als wir mit der ganzen Familie beisammen saßen und die Welt in Ordnung war. Knapp 6 Wochen später verließ er uns nach der Epikrise…

Mein Freund stand zu mir, hielt mich fest, spendete mir Trost. Ich hatte das Gefühl den einen Fels verloren zu haben, aber dafür einen anderen gefunden zu haben. Ein paar Monate ging jeder in seiner Trauer auf, doch nach dem Tod meines Dads veränderte sich meine Mutter. Vor dem Ereignis war sie der liebenswürdigste Mensch und auf einmal besitzeinnehmend. Auch meine Schwestern meldeten sich zu Wort. Auch mit der Begründung, ob der Mann wohl der Richtige für mich wäre.

Ich vermisste das Vertrauen, das sie sonst immer in mich hatten, dass ich das Richtige tun würde.

Mein Freund und ich hatten noch getrennte Wohnungen, da wir nach der kurzen Zeit natürlich noch nicht zusammen wohnten. Ich wollte meinen Freund besuchen und bei ihm übernachten. Da meine Mutter im Haus daneben wohnt, sah ich kein Problem darin. Doch meine Mutter fragte mich aus heiterem Himmel heraus, ob ich das denn meinen Kindern gegenüber verantworten könne, die ganze Nacht wegzubleiben. Ich hatte das Gefühl zum Narren gehalten zu werden, da sie ja kein Problem damit hatte, wenn ich zur Nachtdienst ging! Es schmerzte mich sehr.

Ich ging trotzdem, doch schon einen Tag später bemerkte ich, dass mein Auge langsam austrocknete. Es juckte und tat ein wenig weh und ich hatte das Gefühl, dass ich mein rechtes Augenlied nicht mehr schließen konnte. Nachts klebte ich es sogar mit Tesafilm zu.

Am nächsten Tag waren wir alle zum Kaffee bei meiner Mom eingeladen, da sie Geburtstag hatte. Meine Geschwister waren auch da. Während des Kaffeetrinkens setzte ich die Tasse an und mir lief der Kaffee den Hals hinunter. Alle schauten mich entsetzt an. Mir war förmlich die rechte Gesichtshälfte heruntergefallen.

Ich hatte keine Panik, ein wenig Angst ja. Mein Freund hatte auch keine Panik.

Instinktiv wusste ich auch, warum mein Körper reagiert, auch wenn ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht hätte in Worte fassen können. Mein Freund musste früher gehen und als er weg war, spürte ich die Panik meiner Familie und ich ließ mich dazu überreden ins Krankenhaus zu gehen.

Dort nahm man mir Blut ab, um Herzenzyme zu bestimmen um einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auszuschließen. Meine Werte waren völlig unauffällig. Für mich war das Antwort genug!!! Aber die Ärzte schlugen vor eine Rückenmarkspunktion durchzuführen, was ich vehement ablehnte. Sie drohten mir den Oberarzt zu informieren, sollte ich nicht einwilligen. Ich entgegnete ihnen nur, dass auch der Oberarzt an meiner Entscheidung nichts ändern könnte und dass ich jetzt gehen würde. Kein Pfuscher piekst mich in meine Wirbelsäule! Sowieso nicht, da ich meine Diagnose eh schon wusste, weil ich beruflich mit dem Krankheitssystem vertraut bin.

Als der Oberarzt dann auftauchte, sagte ich ihm nur, er solle zur Hölle fahren! Er ließ mich daraufhin einen Zettel unterschreiben, dass ich die Behandlung ablehnte, was ich mit Genuss unterschrieb. Sie gaben mir noch Cortison mit, das ich natürlich nicht einnahm.

Ich wusste, nur ein klärendes Gespräch mit meiner Mutter würde meine Lösung sein, was ich auch tat! Es war ein gutes Gespräch, ich machte ihr klar, dass ich für sie da wäre, auch wenn ich jetzt einen Partner hatte. Und sie akzeptierte, weil sie mich liebt.

Die facialis parese bildete sich daraufhin innerhalb von 2 Wochen zurück, ohne irgendwelche Medikamente. Es ist nichts zurückgeblieben. Meine Mom liebt meine Freund mittlerweile auch, wir sind zusammengezogen und er wird von ihr bekocht. Auch meine Kinder kommen gut mit ihm zurecht.

Ohne das Verständnis meines Freundes und seines Wissens um die Germanische bin ich mir nicht sicher, ob ich so einfach durch diese Geschichte hätte durchgehen können.

Auch wenn ich Abschied nehmen musste…

Ich bin froh, dass ich die Zusammenhänge verstanden habe. Wenn die Germanische Heilkunde bei uns praktiziert werden würde, dann wäre für meinen Vater vielleicht eine Chance geblieben. So kann ich nur hoffen, dass ich zumindest mit meinem Erfahrungsbericht anderen Menschen helfen kann, ihren Körper und alles was dazugehört zu verstehen. Es ist definitiv auch eine Geschichte einer fehlgeleiteten Gesellschaft!

Vielen Dank an dieser Stelle an Dr. Hamer und Helmut Pilhar
Gruß
C.


Anmerkung von H. Pilhar

Mein Beileid zum Tod des Vaters.

Ich wünsche der Schreibenden von Herzen, dass Sie nun ihren Partner fürs Leben gefunden hat.

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