Dr. Ryke Geerd Hamer, Facharzt für Innere Medizin, Köln:

„Die Neue Medizin – die Eiserne Regel des Krebses

Mit den in der Öffentlichkeit breit diskutierten Aktivitäten des Herrn Dr. R.G. Hamer hat sich die Ärztekammer für Steiermark bereits eingehend beschäftigt und sieht sich zu folgender Stellungnahme veranlaßt:

Aufgrund eines Urteils eines bundesdeutschen Berufungsgerichtes ist dem Genannten die Approbation entzogen worden, und er ist daher in Deutschland zur Ausübung des ärztlichen Berufes – abgesehen von seinem Status aus Ausländer – nicht berechtigt. Das gleiche gilt für Österreich, d.h. Dr. Hamer erbringt nicht die in Österreich geforderte Voraussetzung, um den ärztlichen Beruf ausüben zu können.

Die Ärztekammer für Steiermark, die Medizinische Fakultät der Universität Graz und der Landessantitätsrat haben sich mit den von Dr. Hamer aufgestellten Theorien („Neue Medizin„) beschäftigt und sind nach Studium seines Buches sowie in Kenntnis der von ihm bei seiner Vortragstätigkeit entwickelten Thesen und der von ihm geführten Argumentation zu dem Ergebnis gekommen, daß die von Dr. Hamer – aber auch von Publikums- und Patientenkreisen – geforderte klinische Prüfung seines Modells angesichts dessen Absurdität weder sinnvoll noch möglich, noch verantwortbar ist.

(Dr. Hamer: „AIDS ist keine ansteckende Erkrankung und zudem völlig harmlos!“) Daran kann auch der Umstand, daß es eine nicht unbeträchtliche Zahl von Patienten und Angehörigen gibt, die sich uneingeschränkt zu dessen angeblichen Behandlungserfolgen bekennen, nichts ändern.

An dieser Stelle darf für die weniger Informierten darauf hingewiesen werden, daß es sich bei Dr. Hamers Thesen nicht um eine spezielle Krebstherapieform handelt, sondern um ein medizinisches Model, das nicht nur die Schulmedizin insgesamt inklusive Psychoonkologie, Psychosomatik und Psychotherapie, sondern auch jegliche Form von Alternativ- und Komplementärmedizin als völlig falsch und gefährlich verwirft.

Soweit sich die von Dr. Hamer gesetzten Aktivitäten (etwa die Vortragstätigkeit in Graz sowie sein sog. „Kongreß“ in Burgau) im Rahmen reiner Informationstätigkeit bewegen, sind – unabhängig von der Publikums- und Medienresonanz – rechtliche Schritte auch dann nicht möglich, wenn von ihm geradezu absurde Behauptungen verbreitet werden. Inwieweit Patientenvorstellungen doch bereits eine gewisse rechtliche Relevanz beinhalten, also die Ausübung der „Medizin“ bedeutet, wird von uns zurzeit geprüft; zutreffendenfalls wird die Ärztekammer in dieser Richtung entsprechende Schritte einleiten.

Für das Problem, wie der Öffentlichkeits- und erheblichen Publikumswirksamkeit erfolgreich begegnet werden kann, steht eine Patentlösung allerdings nicht zur Verfügung.

Damit soll aber nicht gesagt sein, daß wir nicht weiterhin alle uns geeignet erscheinenden Schritte im Auge behalten werden, um dieser Verwirrung entgegenzutreten.

Dr. Wolfgang Routil
Präsident

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