AKH:

Am Vormittag lief ein Zirkus wegen einer Fotografie-Erlaubnis. Herr Sellin von der Zeitung „bild am sonntag“ hatte sich vor seiner Anreise aus Deutschland Telefonisch sämtliche Genehmigungen für das Erstellen von Fotos in Olivias Zimmer eingeholt. Schließlich schien sein Vorhaben aber an dem Sicherheitsbeamten vor Olivias Zimmer zu scheitern. Der verwehrte den Zutritt mit der Begründung, keine schriftliche Weisung zu haben. Herr Sellin ging nochmals zu Prof. Urbanek und dieser wies den Sicherheitsbeamten über Telefon an, den Reporter in das Zimmer zu lassen.
Bei den Aufnahmen war der Beamte im Zimmer anwesend. Dieser erklärte mir dann, es habe sich betreffend dem Fotografierverbot bisher um ein Missverständnis gehandelt. Wir Eltern dürften jederzeit Fotos von unserer Tochter machen.

So einfach machte man sich dies. Es wurden Verbote ausgesprochen und später einfach als Missverständnis deklariert. Aber mich konnte manches nicht mehr aufregen. Jedenfalls holte ich sofort die Videokamera und den Fotoapparat und machte ebenfalls Aufnahmen.

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29.9.1995:

Olivia von der Behandlung gezeichnet

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29.9.1995:

Olivia mit Mutter Erika

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29.9.1995:

Elisabeth zu Besuch bei Olivia

In den Nachrichten zu Mittag war die Meldung über den spanischen Gerichtsbeschluss bekanntgegeben. Ich war begeistert und konnte wieder hoffen.

Auszug aus Ö1 „Mittagsjournal“ vom 29.9.95


Nach Ansicht der zuständigen Untersuchungsrichterin ist es in Spanien kein Delikt, die Methoden von Dr. Hamer anzuwenden. Die Patientin habe sich freiwillig und im vollem Bewusstsein der Tragweite ihrer Entscheidung für die Neue Medizin entschlossen. Außerdem seien auch Fälle dokumentiert, in denen die Behandlung nach Hamer erfolgreich an Krebspatienten durchgeführt wurde.

Kein einziger Paragraph des spanischen Gesetzbuches – so der Entscheid der Untersuchungsrichterin – verbiete die Heilmethoden des Dr. Hamer. Was als erster Freispruch der Neuen Medizin in Spanien gewertet werden kann, schließt auch den Verlauf der „Vernachlässigung der ärztlichen Aufsichtspflicht“ aus.

Die traditionelle Medizin – so die richterliche Begründung – kann nicht als einziger Maßstab dafür angesehen werden, welche Aufsicht und Behandlung ein Arzt seinen Patienten zukommen lässt.

Gespräch mit dem Chirurgen Herrn Prof. Horcher:

Als Zeugin wurde von ihm Frau Dr. Slavc beigezogen. Zuerst erfolgte ein belangloses Geplapper. Prof. Horcher gab vor, angenommen zu haben, wir wären einsichtig geworden. Als wir aber entgegneten, überzeugt zu sein, dass Olivia unnötig gequält werde, spielte er den Betroffenen. Immer wieder versicherte er, Olivia wäre ohne diese Therapie schon längst tot. Mir fehle der Realitätssinn, beschuldigte er mich. Dies warf ich sofort ihm vor, mit der Begründung, genügend Unterschriften von Ärzten zu besitzen, die alle die Richtigkeit der Neuen Medizin bestätigen und konterte weiters mit der Frage, ob er den Geheilten von Dr. Hamer ebenfalls Realitätsverlust vorwerfe. Er war baff. Ich setzte nach mit der Feststellung, dass ich die schulmedizinische Erklärung betreffend den Wilmstumor innerhalb der Leber nie glauben werde. Dies sei rein mechanisch nicht verständlich zu erklären. Prof. Horcher erklärte, trotz meiner schulischen Ausbildung von mir enttäuscht zu sein.

Als ich ihm das Schreiben des Gesundheitsministeriums über die Gefahren der Zytostatika zeigte, winkte er ab und sagte, das kenne er. Über die Studie des Dr. Dr. habil. Abel und das Tagebuch der Mutter, deren Kind an Wilmstumor verstorben war, lachten beide Ärzte. Da platzte mir der Kragen, und ich warf ihnen unverhohlene Arroganz vor, welche sie, hinter ihren weißen Kitteln versteckt, allem gegenüber ausstrahlten, das nicht in ihr Konzept passte.

Zum Schluss erwähnte ich noch, dass meiner Meinung nach viele Ärzte in einem System stecken, in welchem sie auch gegen ihre persönliche Überzeugung agieren müssen und führte Dipl. Ing. Fröhlich, Firma Odelga, asbestverseuchte Infusionen und nicht funktionstüchtige Sterilisatoren in öffentlichen Wiener Spitälern an. Prof. Horcher schüttelte den Kopf und gab vor, von nichts zu wissen.

Das Gespräch verlief fürchterlich. Als Prof. Horcher eine Bemerkung über unseren Beistand für Olivia machte, verließ Erika weinend das Zimmer.

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