Rechtsanwalt Gürtler:

Bei meinem Rechtsanwalt liefen die ersten konkreten Vorgespräche für das Filmprojekt. Der Autor des Drehbuchs, Dr. Martin Zimper, war mit seinem Anwalt gekommen. Schockierend war, dass das Filmprojekt auch ohne unser Einverständnis durchgeführt werden könnte. „Dann wäre es eben ein Rechtsstreit“, so Dr. Martin Zimper.

In einem Telefonat mit Richter Masizek äußerte dieser, dass ich diese ständigen Interviews unterlassen solle. Konkret störte ihn sehr der letzte TV-Auftritt bei „Taff“. Für den 13. Oktober wurde eine weitere Pflegschaftsverhandlung anberaumt.

Der Untersuchungsrichter, Richter Zak, teilte mit, dass nun das onkologische Gutachten eingetroffen sei und dies uns sehr belasten würde. Der Staatsanwalt hätte daher ein psychiatrisches Gutachten beantragt, um prüfen zu lassen, ob wir einen Vorsatz zur Kindesmisshandlung gehabt hätten oder nicht.

Der Staatsanwalt widerum meinte, dass wohl kaum ein Vorsatz bestand und es diesbezüglich zu keiner Anklage kommen könne. Allerdings bestünde noch immer die Anzeige der Kindesentführung seitens der Bezirkshauptmannschaft. Diese Anzeige sollte der Bezirkshauptmann zurückziehen, meinte der Staatsanwalt.

Gespräch mit Dr. Heinz Zimper:

Eigentlich versuchte ich Dr. Heinz Zimper zu bewegen, seine Tullner Aussage vor Gericht über mich zu relativieren. Er hatte zu Protokoll gegeben, dass ich gedroht habe zu randalieren und Olivia sämtliche Nadeln rauszuziehen. Auch wollte ich, dass entsprechend seinem Versprechen die BH die Anzeige wegen Kindesentführung zurückzieht. Da ich mich mit ihm in der Zeit von Tulln recht gut verstanden hatte, glaubte ich, einiges erreichen zu können.

Aber Dr. Heinz Zimper stellte zur Bedingung, dass ich zuerst zu Prof. Dr. Friedrich wegen des psychiatrischen Gutachtens gehen und sämtliche Medienaktivitäten einstellen müsse. Auch sollte ich mich mit den Ärzten gutstellen und sie nicht ständig provozieren.

Damit meinte er meine Gegenargumente und Fragen gegenüber dem jeweiligen Arzt, mit dem ich das verlangte Vorgespräch führen musste, um überhaupt zu Olivia zu dürfen. Würde ich dies nicht alles erfüllen, könnte die BH auch nicht die Anzeige zurückziehen.

Ich entgegnete, dass das Schreiben von Prof. Friedrich deutlich seine Absicht erkennen lasse, mir mit diesem Gutachten zu schaden. Ich werde mich sicherlich nicht psychiatrisieren lassen. Außerdem hätte inzwischen das spanische Gericht offiziell die Erfolge des Dr. Hamer in der Krebstherapie anerkannt (gerüchteweise hatte ich von einem spanischen Urteil gehört), wie könne man somit überhaupt noch über die Frage eines Vorsatzes auf Misshandlung diskutieren? Als ich ihm vom Filmprojekt seines Cousins erzählte, gestand er, dass vielen mit uns einfach nur umspringen würden. Ich konnte erkennen, dass Dr. Heinz Zimper wieder tief bewegt über unser Schicksal war, trotzdem blieb er dabei, uns nicht helfen zu wollen. Welchem Druck musste dieser Mann ausgesetzt sein?

Ich war frustriert. Wir wurden nicht nur von den Ärzten und Behörden, sondern auch von den Medien und Filmemachern vergewaltigt. Der Film werde produziert – mit oder ohne unser Einverständnis! Dadurch wäre es wieder möglich, dem Volk eine Lüge aufzutischen, und wir müssten ohnmächtig zusehen.
Der einzige Lichtblick lag in dem richterlichen Beschluss aus Spanien über die prinzipielle Gleichheit der Therapien, von denen das Gericht keiner den Vorzug geben wollte.

Könnte sich das Blatt noch zu unseren Gunsten wenden? Hätten wir wirklich einen Rechtsstaat, so hätten wir nichts zu befürchten gehabt.

Aber Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Paar Schuhe.

Ein Termin am Arbeitsamt:

Als ich der Sachbearbeiterin erklärte, ich müsse auf unsere beiden anderen Kinder aufpassen, ging sie mit mir sofort zu ihrem Vorgesetzten. Dieser redete ziemlich aggressiv auf mich ein, er könne nicht bis auf den „St. Nimmerleinstag“ warten.
Das reichte mir. Ich unterbrach ihn genauso unhöflich und entgegnete, dass ich nicht annahm, Olivia müsse bis an den „St. Nimmerleinstag“ im AKH bleiben. Schließlich meinte er, unseren besonderen Umständen Rechnung zu tragen und mir bis Ende Oktober Zeit zu geben, dann aber werde das Arbeitsamt aktiv.
Achtung konnte ich diesem Beamten hinter seinem dicken Schreibtisch keine entgegenbringen.

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