Wir nutzten die Gelegenheit und besuchten Frau O. aus Grünbach, die uns von ihrem Schicksal ihrer kleinen Tochter mit Herrn Prof. Jürgenssen berichtete. Sie wohnte in einem kleinen verwahrlosten Haus, war aber gerade mit ihrem Vater dabei, ein neues zu bauen. Sie hatte drei kleine Kinder. Ich kannte sie von früher, als ich noch in Grünbach in die Volksschule ging. Wir fragten sie, ob sie prinzipiell bereit wäre, ihre Geschichte den Medien mitzuteilen. Sie war damit einverstanden.

Am Weg zurück nach Kärnten setzten wir ein Schreiben auf, das ich am Telefon zur „orf“-Sendung vortragen wollte:

Vorbereitung zur „orf“-Sendung:

Bei Prof. Jürgenssen möchte ich mich für sein vielleicht bezahltes „Inserat“ in „täglich alles“ vom 22.6.95 bedanken, da dieses für mich seinen wahren Charakter offenbart. Bei fehlenden Argumenten weicht Prof. Jürgenssen auf Unterstellungen und Unwahrheiten aus. Seine Behauptung, unserer Hamer-Ärzte prophezeiten den Tod unserer Tochter Olivia, weise ich hiermit als infame Unterstellung zurück und fordere Prof. Jürgenssen auf, die Namen dieser von ihm als Heiler bezeichneten zu nennen!

Weiters behauptet Prof. Jürgenssen in einem unserer Telefonate, ein Fall wie der unserer sei ihm noch nie untergekommen. Eine blanke Lüge! Ich behaupte hiermit, dass Prof. Jürgenssen nicht die Wahrheit sagt und behaupte weiters, was ich im Folgenden auch beweisen werde, dass seine Vorgehensweise uns Eltern gegenüber, die sich nicht seiner Doktrin unterwerfen, keineswegs eine Ausnahme ist. Ich möchte Prof. Jürgenssen folgenden Fall in Erinnerung rufen: Im Jahre 1990 diagnostizierte Prof. Jürgenssen bei der drei Monate alten Margret B. Kugelzellanämie, ein Vorstadium zur Leukämie. Der Mutter, Christa O., gegenüber vertrat er die Notwendigkeit der sofortigen Entfernung der Milz. Nachdem sich diese Mutter gegen den Willen des Prof. Jürgenssen für eine alternative Heilbehandlung entschlossen hatte, veranlasste dieser Arzt, wie in unserem Fall, das Jugendamt, diese Mutter unter ständiger Aufsicht zu halten.

Heute, fünf Jahre später, zeigt sich, dass die damalige Entscheidung der Mutter richtig und Prof. Jürgenssens Absicht voreilig und nicht zielführend war. Die kleine Margret ist heute fünf Jahre und erfreut sich bester Gesundheit. Ich fordere Prof. Jürgenssen auf, sein Verhalten zu rechtfertigen, auf besorgte und anders denkende Eltern behördlich massiven Druck auszuüben, zumal nun offenkundig seine schulmedizinischen Entscheidungen doch nicht so zutreffend sind, wie er sie gerne erscheinen lassen möchte.

Ist Ihnen, Herr Prof. Jürgenssen, der Umstand nicht bewusst, dass es behördlich verfolgten Eltern unmöglich wird, ihr krankes Kind in Ruhe gesund zu pflegen? Es liegt mir die Vermutung nahe, dass nicht die Gesundung des Kindes, sondern Ihr Wunsch, Recht zu behalten, im Vordergrund steht.

Ich fordere Sie weiters auf, Ihre Panik verursachenden Behauptungen von der so genannten Metastasenbildung nun einmal mit Fakten und Bildern zu belegen, die diese These erhärten könnten. Auch von schulmedizinischer Seite wurde mir bestätigt, dass bis dato noch keine wandernde Krebszelle im arteriellen Blut entdeckt werden konnte. Weiters konnte bis dato nicht wissenschaftlich fundiert bewiesen werden, dass eine Zelländerung von z.B. einer Darmkrebszelle in eine Knochenkrebszelle erfolgt. Diese Thesen erheben Sie, mit Hilfe medizinischer Unkenntnis der Patienten, zu einem Faktum, wogegen Sie Dr. HamersEiserne Regel des Krebs“ in keinem einzigen Punkt widerlegen und nur durch falsche Behauptungen diesen Entdecker der Neuen Medizin diffamieren können.

Ich fordere Sie hiermit auf, Ihre schulmedizinische Fehlbarkeit zuzugeben, uns Eltern Dr. Hamer bei Ihrem Mangel an wissenschaftlich fundierten Gegenargumenten als Alternative wählen zu lassen und von einer behördlichen Verfolgung Abstand zu nehmen!


Am frühen Nachmittag erreichten wir Karins Bauernhof in Kärnten. Vorsichtig, wie wir einmal waren, fuhr ich sogleich den Wagen hinter die Scheune, so dass dieser von der Straßenseite nicht einsehbar war. Wir waren gerade in der Küche, als von weitem ein Auto hörbar wurde. Erschrocken stellte ich das Näherkommen eines Polizeiwagens fest. Karin beruhigte mich und meinte, dies geschähe oft an diesem Wochentag. Durch die durchscheinende Verglasung der Hintertür konnten wir erkennen, dass der Wagen im Hof abgestellte wurde. Hektik brach aus. Ich schnappte Olivia und verschwand im Obergeschoß, mit den anderen Kindern in einem ebenerdigen Zimmer. Die Polizisten betraten das Haus und wurden von Gerald und Karin herzlich willkommen geheißen und in die Küchenstube gebeten.

Mir schlug das Herz bis zum Hals. Vielleicht waren dies bereits unsere Fahnder oder aber lediglich ein zufälliger Besuch. Ich beschloss, ein wenig zu lauschen.

Leise schlich ich mit Olivia zu Erika runter. Sie war aber bereits von Karin informiert, dass der Grund des Besuchs lediglich eine Geschwindigkeitsübertretung war. Langsam beruhigte ich mich, als aber durch die Küchentür der Name von Dr. Hamer fiel, geriet ich erst recht in helle Aufregung.

Was hat eine Radaranzeige mit Dr. Hamer zu tun? Kurz entschlossen fasste ich Olivia bei der Hand und unter dem Vorwand, ein wenig spazieren fahren zu wollen, fuhr ich vom Hof.

Gute zwei Stunden blieben wir aus. Mit dem Wagen fuhren wir so lange die schottrigen Wege des Berges hinauf, bis kurz vor der Baumgrenze eine Schranke uns das Weiterkommen verwehrte. Olivia hatte diese Aufregung meinerseits sicherlich mitbekommen, wollte aber nun unbedingt nach Hause.

Gott sei Dank, die Polizei war weg. Gerald konnte sich vor Lachen kaum halten, als er mir erzählte, er hätte seiner Gewohnheit gemäß jeden Interessierten und somit auch den beiden Polizisten über Dr. Hamer erzählt und nu mein verdutztes Gesicht sah. Außerdem hätte er diesen Beamten auch das Buch „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert“ von Jan van Helsing zum Studium geborgt. Das konnte ich nun gar nicht mehr fassen.

Abends ließ Gerald Erika und mich seine Künste als Masseur spüren. Er bearbeitete unsere Wirbelsäulen gekonnte, sodass wir uns nach der Prozedur recht wohl fühlten.

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