Elisabeth ging nun bereits mit Begeisterung in den Kindergarten. Es zeigte sich wieder der Unterschied zwischen Zwangsausübung auf ein Kind und dessen eigener Bereitschaft gegenüber einer Tätigkeit. Zwingen kann man jedes Kind, die Frage bleibt immer nur, welchen Schaden es davonträgt.

Telefonat mit Erika:

Sie hatte sich mit Richter Zak für kommenden Freitag um 9:00 Uhr einen Termin vereinbart. Er fragte sie, ob sie noch einen Termin mit einem Psychiater ausständig oder ob sie ebenfalls diese Gutachten abgelehnt hatte. Natürlich hatte sie es abgelehnt. Sicherheitshalber nahm ich mir vor, als Zeuge mit ins Gericht zu kommen.

Telefonat mit Frau Dr. Rostovsky:

Dr. Martin Zimper hatte sich an sie gewendet und um ein Interview für den Film gebeten. Sie wollte sich nun mit mir treffen, um über diese Angelegenheit zu sprechen.

Telefonat mit Dr. Martin Zimper:

Für morgen 17:00 Uhr vereinbarten wir einen Termin im Cafe.

Telefonat mit Dr. Hamer:

Eine Ärztin vom Gesundheitsamt würde sich vielleicht bereit erklären, über Olivia im Sinne der Neuen Medizin ein Gutachten zu erstellen. Sie gab an, wenn sie nicht Neue Medizin praktizieren dürfe, wolle sie den Beruf wechseln.

Eine sehr löbliche Einstellung, vor allem dann, wenn sie konsequent durchgeführt werden sollte.

Würden alle Menschen lediglich Berufe ausüben, zu denen sie wirklich „berufen“ sind, so wäre vieles klarer. Niemand müsste sich für irgendwelche perversen Ziele, des Geldes wegen, missbrauchen lassen. Jeder könnte seinem wirklichen Beruf entsprechende Taten setzen und leisten, welche nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für sämtliche seiner Mitmenschen sinnvoll und wünschenswert wären. Dazu bedarf es aber einer gesunden Portion Selbstvertrauen und Eigenverantwortung.

„Ich tue das, was ich auch verantworten kann“, dies müsste für jeden die Devise sein. Zur Zeit leben wir in einem System, das uns die persönliche Verantwortung abgenommen hat. Leider in sehr vielen Belangen wie Umwelt, Gesundheit, Kindeserziehung, Politik, Landesverteidigung usw.

Wenn ich mir nun einen Job wähle, bei dem ich einen sinnvollen Beitrag z.B. zum Umweltschutz leisten kann, so ziehe nicht nur ich, sondern viele andere ebenfalls daraus einen Nutzen. Vor allem aber unterstütze ich nicht mit meiner Arbeitskraft dieses perverse, lebensunfreundliche System und trage nicht zu dessen Machtvermehrung bei.

Mein nächster Job muss einen Sinn besitzen. Ich will nicht mehr ein einsamer Programmierer in einer Geisterfabrik sein, welche für den einfachen Arbeiter kaum erschwingliche, aber „lebensnotwendige“ Produkte herstellt, nur damit ein paar Superreiche noch reicher werden. Das kann ich nicht mehr verantworten!

Telefonat mit Olivia:

Ich erzählte ihr, dass es bei uns in Maiersdorf fürchterlich viel schneien würde und mindest fünf oder drei oder vielleicht auch zwei Meter Schnee bereits liegen müssten. Sie lachte und meinte, dass es in Wien bereits zu schneien aufgehört habe und sie sich nun für einen Spaziergang bereit machten. Soweit ginge es ihr ganz gut, versicherte sie.
Die Kinder versuchten, im dichten Schneetreiben weiter unten im Garten einen Schneemann zu bauen. Eine Nachbarfreundin half tatkräftig mit. Es begann bereits dunkel zu werden und mit der absoluten Windstille war es eine vorweihnachtliche, ruhige Stimmung.

Treffen mit Ernst bei Sepp:

Ernst erhielt vom Grünbacher Bürgermeister die Erlaubnis, sein altes Haus im Grünland am Fuße der Hohen Wand umzubauen. Nun fragte er nach, ob eventuell Sepp dafür einen Bauplan fertigen könne. Natürlich war Sepp damit einverstanden, zumal er und ich schon seit geraumer Zeit planten, uns in dieser Sparte selbständig zu machen.

Es wurde sehr spät.

Schreiben von Dr. Loibner an das AKH:

Er bat wiederholt um Befunde über / ob Metastasen usw.

Weiters, dass sich Prof. Dr. Urbanek verstärkt dafür einsetzen sollte, dass Olivia bald nur mehr zu Hause sein und wir Eltern unser Sorgerecht zurückerhalten sollten.

Liste mit allen Tagebucheinträge, chronologisch sortiert, aufrufen

Olivas tagebuch als PDF-Datei

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