Gegen 8:00 Uhr wurden wir von einem Pfleger, der das Frühstück bringen wollte, geweckt. Olivia war nur schwer wach zu bekommen, denn wir hatten wieder einmal bis 23:00 Uhr ferngesehen. Zum Frühstück wollte sie nichts, das war üblich.

Nach der Schule bekam sie die Chemospritze, und ich drehte mich zum Fenster.

Kurz darauf kam die Physiotherapeutin, und wir gingen gemeinsam in den Turnsaal. Olivia musste ihren Gleichgewichtssinn trainieren, indem sie über einen Pfosten und dann über eine Springschnur balancierte. Die Therapeutin kontrollierte auch Olivias Reflexe an den Füßen und war mit dem Ergebnis zufrieden. Hocherfreut war sie, als Olivia ohne fremde Hilfe selbständig vom Boden aus dem Sitzen aufstehen konnte.

Dazu musste sich Olivia allerdings auf allen vieren umdrehen, einen Fuß auf den Boden aufsetzen und sich dann mit beiden Händen an dem abgewinkelten Oberschenkel abstützen. Dies waren die Lähmungserscheinungen, welche durch das Chemopräparat Vincristin hervorgerufen wurden. Meine Freude über die sogenannten Fortschritte Olivias hielten sich in Grenzen und waren überhaupt zweigeteilt.

Zur Visite kam Frau Dr. Slavc ins Zimmer, begleitet von einem ganzen Anhang der üblichen Ärzte der Station. Sie fragte Olivia, wie es ihr gestern zu Hause gefallen habe, und zu mir gewandt meinte sie, dass wir diese Regelung nun beibehalten sollten, denn dann könnte die Behörde auch keine Einwände und vor allem keine Befürchtungen äußern.

Es war wirklich verwunderlich, aber sie hielt zu uns. Ich dankte ihr für ihr Vertrauen herzlichst. Sie bestätigte mir nochmals, dass die Chemotherapie nunmehr reduziert werde.

Erika kam mit Elisabeth und Alexander. Auch Mutter kam wieder zu Besuch.

Am Nachmittag lernte ich Helgas Freundin Schupsi kennen. Sie plante für morgen zum Dalai Lama zu fliegen. Wir führten bei einem Kaffee im Restaurant ein einstündiges Gespräch.

Sie erzählte mir vieles, was ich bereits früher erahnt und vor kurzem durch das Buch „Die Prophezeiungen der Celestine“ bestätigt gefunden hatte. Von Olivia nahm sie ein Foto mit.

Mit Alexander und Elisabeth fuhr ich später nach Hause.

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