Gegen 3:00 Uhr morgens kamen wie vereinbart Geralds Bekannte mit zwei Autos. Es waren Irene und Otto, zwei Mittvierziger. Wir hatten bereits alles so weit vorbereitet, weckten die Kinder und tranken noch einen kräftigenden Grüntee. Für die Kinder war der Aufbruch mitten in der Nacht abenteuerlich und deshalb interessant. Wir verstauten alles in den beiden Wagen. Alexander und ich fuhren mit Irene, Erika und die beiden Mädchen bei Otto im Auto. Unser Ziel war die österreichisch-deutsche Grenze bei Salzburg zu überqueren. Der Gedanke an den bevorstehenden Grenzübertritt verursachte mir ein flaues Gefühl im Magen. Wir nahmen die Route über die Tauern. Irene und Otto fanden den langen Tunnel schrecklich und als wir mit den Autos die Berge erklommen hatten, war ich ihnen für diese Entscheidung dankbar. Das Panorama war überwältigend, wir konnten uns kaum satt sehen.

Während der Fahrt lernten wir einander kennen. Irene arbeitete mit den Heilkräften der Steine und war darin sehr bewandert. Otto war früher am Finanzamt tätig und heute erforschte er geistige Energiequellen. Verschiedene seiner Experimente sahen sehr vielversprechend aus. Beide, Irene und Otto, waren nun schon seit Jahren bei der Glaubensgemeinschaft Fiat-Lux. Ihre selbstlose Bereitschaft, uns zu helfen und vielleicht selbst dadurch in Schwierigkeiten zu geraten, beeindruckte mich tief.

Mit welch unterschiedlichen und faszinierenden Personen wir durch unsere Odyssee doch immer wieder in näheren Kontakt kamen! Unser Schicksal hatte bereits sehr arge Formen angenommen. Wir wussten nicht, was der kommende Tag bringen könnte, ja selbst nicht einmal, was uns innerhalb der nächsten Stunden widerfahren würde. Könnte es beim Grenzübertritt Probleme geben?

Irene hatte eine „geistige Waffe“ bei sich. Sie sandte „Licht“ aus. Dazu spreizte sie Daumen und Zeigefinger beider Hände zu einem Dreieck und konzentrierte sich auf ihr Ziel. Der Grenzübertritt kam näher, die Nervosität stieg und wurde sofort durch Jubelstimmung ersetzt, als uns der Grenzbeamte durchwinkte. Wir hatten es geschafft. Wir waren in Deutschland.

Gleich nach der Grenze überlegten wir uns unser nächstes Ziel und beschlossen die paar Tage bis zum Treffen mit Dr. Hamer am Chiemsee zu verbringen. Die lange Autofahrt hatte Olivia, entgegen unseren Befürchtungen, nicht viel ausgemacht. Im Gegenteil, am Chiemsee angekommen, war sie quietschvergnügt und voller Tatendrang. Wir führten dies auf die von Dr. Loibner verabreichte homöopathische Hochpotenz zurück.

Nach einem ausgedehnten Frühstück, bei dem wir die dort „herrschenden“ Preise kennenlernen durften, unternahmen wir eine einstündige Motorbootsfahrt.

Alexander durfte sich als Kapitän beweisen. Unsere Stimmung war bestens. Es schien, als hätten wir alle unsere Sorgen in Österreich zurückgelassen.

Von einem Postamt aus führte ich mehrere Telefonate mit österreichischen sowie deutschen Medien. Deren Anzahl war bereits beträchtlich. Übertölpelt wurde ich durch das österreichische Radio, das mein Gespräch sogleich für eine spätere Ausstrahlung verwendete. Ohne vorhergehende Vorbereitung fühlte ich mich unsicher.

Mit Herrn Pflughaupt hatte ich für den kommenden Tag einen Drehtermin am Chiemsee vereinbart.

Für die „help-tv“-Sendung am Abend brauchten wir noch ein Zimmer mit Fernsehen und Telefon. Direkt am Chiemsee war allerdings alles ausgebucht und so suchten wir in entfernteren Ortschaften nach Geeignetem. Fündig wurden wir in einem schönen Ort, der ebenfalls an einem Badesee lag. Eine Wirtin konnte uns ein Gastzimmer mit Fernsehen und Telefon zur Verfügung stellen, vermietete aber auch moderne Ferienzimmer. Wir quartierten uns ein.

Kurz vor Beginn der Sendung gab ich Herrn Rilk die Telefonnummer durch, sodass ich angerufen werden konnte. Als ich zurückgerufen wurde, erhielt ich die Anweisung, die Leitung zu halten. Die Sendung lief und ich hielt die Leitung. Die Sendung ging zu Ende und ich hielt noch immer die Leitung, ohne durchgeschaltet worden zu sein. Was war hier wieder geschehen? Ich war zornig, diesen Menschen vertraut zu haben. Wahrscheinlich hatten sie richtig vermutet, dass ich mir Prof. Jürgenssen vornehmen wollte. Herr Rilk kannte ja meine Absicht. Zu Beginn der Sendung bezeichnete die Moderatorin, Barbara Stöckl, das Publikum als nicht ausgewogen. Es wären mehr Hamerfans als andere zugegen. Dies sei durch unfaire Reservierungen erreicht worden. Diese Behauptung fand ich unverschämt. Dem „orf“ selbst war ein Missgeschick bei der Kartenvergabe geschehe, hatte mir Herr Rilk mitgeteilt. Später erfuhr ich sogar, dass kurz vor Beginn der Sendung Barbara Stöckl das Publikum ermutigte, ruhig Emotionen zu zeigen und dann teilte sie so einen gemeinen Dämpfer aus.

Trotzdem war die Sendung fabelhaft. Dr. Hamer hielt sich im Zaum und Prof. Jürgenssen verlor einmal fast seine Ruhe. Das Publikum war eindeutig auf Hamers Seite. Ich setzte mich mit meinem Rechtsanwalt in Verbindung und erhielt eine interessante Information. Nach der Sendung wäre die Diskussion weitergeführt worden und man hätte den Vorschlag gemacht, ein Ärztekonsortium zu bilden, das die Behandlung von Olivia übernehmen sollte. Dieses Konsortium sollte aus gleichen Teilen Schulmedizinern, als auch Ärzten der Neuen Medizin zusammengesetzt werden. Der dafür Verantwortliche war der in der Sendung an der Seite von Prof. Jürgenssen stehende, Prof. Pichler. Er ist Universitätsprofessor und des Patientenrechts kundig. Ich war begeistert und rief sofort Frau Dr. Petrovic zurück, um mich zu bedanken. Ärzte der Neuen Medizin für dieses Konsortium zu finden, das nun unter dem Auge der Öffentlichkeit gebildet werden soll, war sicherlich kein Problem. Dr. Hamer kannte sicher geeignete Personen.

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