Heut mal ein etwas tierischer Erfahrungsbericht

Es handelt sich um den 15 jährigen Kater. Besser gesagt, es war einmal ein Kater, da er vom Tierheim kam und dort seine Juwelen liegen lassen musste. Er hört auf den Rufnahmen Nikolaiovich, kurz Niki oder Bubi, wenn er Lust dazu hat. Und er ist rechtshändig.

Nikolaiovich sitzt gern vor dem Haus auf einer grossen Wiese und wartet bis ihm eine Maus in den Mund hüpft. Er ist den ganzen Tag oder Nacht draussen und wartet am Morgen immer vor der Terrassentür, denn am Morgen ist Raubtierfütterung.

Eines Morgens war er nicht vor der Tür und wir haben ihn nach einer Weile gesucht und in der Wiese liegend gefunden. Als ich ihn aufhob (das mag er normal überhaupt nicht) hat er gejammert und uns war klar, dass er Schmerzen hat. Wir wußten nicht was los war! Wurde er angefahren oder bei einem Kampf mit einer anderen Katze verletzt? Da von aussen keine Wunden sichtbar waren, haben wir uns entschieden, ihn zum Futter zu tragen. Er hat aber nichts gefressen und auch nichts getrunken und wollte wieder in die Wiese zurück. Wir haben ihn dann wieder raus getragen und immer wieder nach ihm geschaut.

Am nächsten Morgen kam er wieder nicht zum Fressen und die Tochter wollte mit Nikolaiovich zum Tierarzt. Wir (Karin und Ich) wollten abwarten, denn nur die Harten kommen durch! Die Tochter musste sich durchsetzen und ist mit Nikolaivich und Karin zum Tierarzt. Aber nur unter der Bedingung, dass sie die Kosten (700.-sfr.) dafür übernimmt, da wir es für unnötig hielten.

Zuvor hat Karin noch eine Pflanzenkarte (Wildes Weiber Wissen) für Nikolaiovich gezogen und es kam die Gundelrebe in Bezug auf Loslassen (wir sehen schon wie Helmut die Augen verdreht). Beim Tierarzt angekommen, war die Diagnose Harnverhalt. Karin jubelte und sagte, das passt genau zu der Karte, die sie gezogen hatte. Der Tierarzt versteht natürlich nur Bahnhof und die Tochter schämt sich in den Boden. Nikolaiovich bekommt einen Katheter und muss in der Praxis bleiben. Der Tierarzt meint, dass dies normal für einen Kater sei und sich immer wiederholt, beim dritten Mal bekommen die meisten Katzen die Spritze die sie über den Jordan führt. Das alles war am Vormittag und am Nachmittag ruft der Tierarzt an und meint das Nikolaiovich die Nacht oder nächsten Tage nicht übersteht, Nierenwerte und Fieber seien nicht mehr messbar. Ich sag zu ihm, das ist doch klar, dass die Werte hoch sind, er hat ja ein Harnverhalt und Rückstau in die Nieren gehabt und nichts mehr getrunken (ich arbeitete seit 23 Jahren im Medizinischen Blaulicht-Gewerbe). Wir haben im gesagt, dass wir die Katze abholen, sterben kann sie Zuhause auch, er soll alles vorbereiten, den Katheter und den Venenzugang ohne Infusion liegen lassen und alle Medikamente absetzen.

Wir holten die Katze ab und dachten als wir ihn sahen, dass er die Nacht nur mit sehr viel Glück übersteht. Er war so schwach und vollgepumpt mit Opiaten, was für die Nieren auch nicht wirklich förderlich ist, wenn sie eh schon geschwächt sind. Bevor wir in abgeholt haben, hab ich ein Stück Wiese mit Gundelrebe und Spitzwegerich ausgestochen ca. 10cm tief und in eine Kiste, die wir dann im Wohnzimmer für ihn hergerichtet haben, gelegt. Das waren auch die Plätze auf der Wiese, wo Nikolaiovich zuvor immer gelegen ist, und das ganz ohne vorher ein Kräuterbuch zu lesen. Ich dachte, wenn Nikolaiovich über die Nacht im Haus weiter auf den Kräutern liegen kann und über die Erde entgiftet, wird ihm das sicher helfen.

Zuhause angekommen, setzten wir Nikolaiovich in die Kiste und er hat sofort angefangen mit dem Schwanz zu wedeln. Die Nacht war unterhaltsam für Karin. Sie schlief oder versuchte auf dem Sofa neben Nikolaiovich zu schlafen, aber er hat von Stunde zu Stunde immer mehr angefangen zu reden ( Miau Miau). Ich war im Nachtdienst. Am nächsten Morgen ging es ihm schon wieder so gut, dass er stehen konnte und sich ständig in der Kiste rumgedreht hat. Wir versuchten ihm was zum Fressen zu geben, was er nicht angenommen hat. Aber Wasser mit Natron und abwechselnd Wasser mit MSM hat er zu unserem Erstaunen viel getrunken.

Da eine Kiste nicht so schön wie eine Wiese ist, hab ich schnell einen Maschendrahtzaun auf der Wiese aufgestellt, genau um die vorher erwähnten Kräuter und haben noch für Schatten gesorgt. So war Nikolaiovich dort, wo er am liebsten war und die Nacht durfte er wieder in der Kiste im Wohnzimmer verbringen.

Nach einer weiteren Nacht hab ich ihm dann den Venenzugang entfernt, da ich keine Notwendigkeit mehr darin sah. Das Schlimmste war überstanden und den Katheter wollten wir einen Tag später auch entfernen. Da dieser an einer sehr empfindlichen Stelle angenäht war und wir beim Entfernen nicht die Bösen sein wollten gingen wir noch schnell zum Tierarzt, um diesen entfernen zu lassen. Am Telefon fragte er, wie es Nikolaiovich geht. Er dachte, wir wollen ihn einschläfern lassen (als ob Katzen nicht eh schon genug schlafen). Er war erstaunt, als Karin sagte, dass es ihm bestens geht! In der Praxis konnte er seinen Augen kaum trauen, denn Nikolaiovich war schon fast wieder der alte Haudegen. Wir rieten dem Tierarzt, sich die 5 Biologischen Grundgesetze auf der Webseite von Helmut anzuschauen und zu lernen.

Was war geschehen?

Die Wiese, wo sich Nikolaiovich so gern aufhielt, war ein Treffpunkt für mehrere Katzen! Hier wurde geschmust, Mäuse gefangen und Duelle abgehalten. Wir konnten schon ein paar Wochen vorher beobachten, dass sich eine neue schwarze Katze auf der Wiese versuchte sich breit zu machen. Hier muss Nikolaiovich sein Revier verloren haben, deswegen Harnverhalt, der laut Tierarzt immer wieder kommt. Na klar wenn das Problem nicht gelöst wird!

Wir wollten es nicht soweit kommen lassen! Ich dachte, ich schiess die andere Katze einfach ab und gut ist. Karin meinte, wenn das die Nachbarn sehen! Ok, dann nicht mit tödlichen Waffen vorgehen. Wir haben die Katze zwei mal vertrieben, als sie auf die Wiese wollte und sie hat sich seither nicht mehr Blicken lassen.

Nikolaiovich hatte noch 14 Tage später 2 Tage lang die Epikrise und nie mehr Harnverhalt. Das Ganze ist jetzt 2 Jahre her. Er erfreut sich immer noch aller bester Gesundheit und geniesst jeden Tag seine Wiese, Miau.

PS

Zugegeben! Der Blasenkatheter war eine Erleichterung und Hilfe für Nikolaiovich.


Anmerkung von HPilhar

In der Tat verdrehte ich die Augen. Aber dieser Erfahrungsbericht ist so etwas von klar und gut geschrieben, dass ich mich darüber sehr freue.

Der alte Kater hatte durch diese fremde schwarze Katze einen Reviermarkierungskonflikt mit Ulcera der Plattenepithelschleimhaut seiner Harnwege betreffend erlitten. Er muss diesen Konflikt gelöst haben! Vermutlich gelang es dem alten Katerchen selbst, diesen neuen Eindringling zu verjagen. In der Heilungsphase werden diese Ulcera nun unter Schwellung wieder aufgefüllt. So eine Heilschwellung muss ihm den Harnweg blockiert haben. Mit einem Katheder konnte Abhilfe geschaffen werden. Am Ende der Heilungsphase war alles wieder gut. Man kann aufgrund der Dauer der Heilungsphase zurückrechnen auf den Konflikt. Etwa ein Monat vor Beginn der Heilungsphase muss der Konflikt passiert sein!

Da sich die schwarze Katze nicht mehr blicken ließ, gibt es für den alten Hausherrn auch keine Schiene, damit keine Rezidive und es blieb bei diesem einzyklischen Konfliktverlauf.

Die Notfallsmedizin (Katheder) ist notwendig gewesen. Gäbe es die schwarze Katze noch, müßte man zwecks Therapie für den alten Kater, diese schwarze Katze von ihren Besuchen abhalten. Entgiften, Einschläfern usw. ist alles Unsinn!

Eine Idee zu “Katze mit Harnverhalt – Erfahrungsbericht der Germanischen Heilkunde

  1. Lucie Meidel sagt:

    Hmm, äußerst lehrreich! Ich habe einen Hund und versuche jetzt nur noch durch die biologische Brille zu sehen. Das heißt, das Tier besser zu beobachten und mit ihm mehr „verbunden“ zu sein, praktisch auf seiner Frequenz, die Welt mit seinen Augen zu sehen.

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