Im Winter 2001/2002 hat mich ein Hexenschuss derartig erwischt,

… dass ich bewegungsunfähig mit einem Rollstuhl direkt von meinem Schreibtisch ins Krankenhaus gebracht wurde. Niemals zuvor hatte ich ernsthafte Rückenbeschwerden. Was war passiert?

Im April 2001 hatte ich bei einem neuen Arbeitgeber in der Schweiz als Reisebusfahrer/Reiseleiter im Fernreiseverkehr angefangen. Schon 10 Wochen nach der Einstellung wurde ich ins Büro gerufen. Als studierter Betriebswirt sollte ich Abteilungsleiter der Gruppenreiseabteilung werden. Im November trat ich meine neue Position an.

Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass eine ganze Clique von Frauen im Unternehmen ebenfalls auf diese Position lauerten. Einigen wurde sie sogar in Aussicht gestellt. Und da kommt der Ausländer, auch noch ein Busfahrer (von dem Betriebswirt wusste niemand) und schnappt sie Ihnen weg. Also wurde ich fortan nach allen Regeln der Kunst gemobbt und sauer gekocht. Niemand sprach mit mir in der Cafeteria, alle mieden mich spürbar. Ich hatte keine Idee warum, hatte im Gegenteil das Gefühl, ich gebe mir menschlich alle Mühe und mache gute Arbeit.

Nach kurzer Zeit suchte ich unseren Geschäftsführer auf und fragte ihn, ob irgendetwas nicht stimmt. Er teilte mir mit, dass man mit meiner Arbeit äußerst unzufrieden sei und listete mir einige Unzulänglichkeiten auf, die er selbst eigentlich gar nicht beurteilen konnte und die überhaupt nicht stimmten. Das war ein gigantischer Selbstwerteinbruch mit allen Merkmalen des DHS. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie schockiert und niedergeschlagen ich sein Büro verließ.

Nach etwa 4 Wochen legte ich bei einer der regelmäßigen Abteilungsleitersitzungen die Zahlen meiner Abteilung vor, die meiner Abteilung und meiner persönlichen Arbeit ein Bestzeugnis bescheinigten. Zeitgleich kündigten zwei der Damen, die am Mobbing beteiligt waren. Das Klima verbesserte sich schlagartig. Der Konflikt war gelöst.

Nur wenige Tage danach saß ich morgens auf meinem Bürostuhl und kam vor Schmerzen nicht mehr hoch. Offensichtlich war die Wirbelsäule geschwollen (Heilungsphase) und hatte dabei den Nerv gedrückt. Im Krankenhaus hat man mich geröntgt, nichts gefunden und mich dann einfach im Bett liegen lassen bis die Schmerzen nachließen. Bis auf die schmerzstillenden Spritzen zu Beginn (man bekam mich vor Schmerzen nicht auf den Röntgentisch) haben sie Gott sei Dank nichts falsch gemacht. Damals fand ich die (Nicht-) Behandlung unzumutbar dürftig. Heute weiß ich, dass es (vermutlich zufällig) richtig so war.

Ein riesiges Dankeschön und ganz herzliche Grüße nach Norwegen und Österreich
Ihre Familie T.

Anmerkung von H. Pilhar

Die Wirbelsäule hat einen „zentralen Selbstwerteinbruch“ als Konfliktinhalt.

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