Gleich morgens ging der behördliche Stress weiter:

Telefonat mit Dr. Mann:

Dr. Mann bat, mich mit Prof. Gadner verbinden zu dürfen. Prof. Gadner meinte, keine Klinik sei so gut wie die seine, er könne aber sagen, ob jene, in der nun Olivia behandelt wird, gut sei. Unsere Flucht aus seiner Klinik beruhe auf einem Missverständnis. Dr. Mann gehe normalerweise nie so vor. Das Gespräch dauerte ca. 20 Minuten. Als Prof. Gadner erwähnte, dass wir jederzeit wieder seine Hilfe in Anspruch nehmen könnten, bedanke ich mich, betonte nochmals, Olivia in der Klinik unseres Vertrauens behandeln zu lassen und legte auf.

Unruhe ergriff mich. Prof. Gadner war Leiter des St. Anna-Kinderspitales. Er hatte zwar nicht unmittelbar mit den Behörden gedroht, nur glaubte ich auch nicht, dass mit diesem Gespräch die Angelegenheit erledigt sein konnte. Ich ahnte Schlimmes, und es traf ein:

Telefonat mit Prof. Jürgenssen:

Prof. Jürgenssen drohte, dass er als Verantwortungsträger rechtliche Schritte unternehmen müsste, wenn wir nicht die Klinik nennen würden, in der Olivia behandelt werde. Weiters, es gäbe in Österreich nur ein paar Kliniken die Wilmstumore behandelten und diese (8-12 Fälle pro Jahr) würden auf alle Fälle gemeldet werden. Eine solche Situation sei ihm noch nicht untergekommen und bevor er eine Anzeige erstatte, möchte er mit mir persönlich sprechen. Ich blieb bei meinem vermeintlichen Recht, von zwei ärztlichen Vorschlägen einen wählen zu dürfen und den Namen der Klinik geheim halten zu können.


Jetzt war der Teufel los. Obendrein bekam Olivia wieder Fieber, aber auch Alexander klagte über Übelkeit, weshalb wir ihn nicht zur Schule gehen ließen.

Erika und ich überlegten erstmals ernstlich einen Zufluchtsort aufzusuchen. Es wäre Irrsinn, wenn uns das Kind weggenommen und zu Tode therapiert werden würde, wo es sich doch auf dem Wege der Heilung befand. Wir beschlossen, dass die Schulmedizin Olivia nicht in ihre Hände bekommen durfte. Die ersten Vorsichtsmaßnahmen trafen wir, indem heikle Telefonate wegen der Gefahr des Abhörens nur mehr auswärts geführt wurden. Von verschiedenen Seiten wurde uns zu dieser Vorsicht geraten.

Telefonat mit Dr. Stangl:

Seiner Meinung nach sei es nicht so einfach möglich, ein Kind aus intaktem Familienverband zu reißen. Es liege ja keine Notsituation vor. Seiner Meinung nach würden die Ärzte lediglich bluffen und wir sollten uns nicht Angst machen lassen. Als verantwortlicher Arzt möchte er allerdings nicht auftreten. Er deutete an, dass er in der Vergangenheit böse Erfahrungen mit der Ärztekammer gemacht hatte und nicht mehr bereit sei, für die Neue Medizin den Kopf hinzuhalten.

Telefonat mit Dr. Hamer:

Er beruhigte mich betreffend Olivias Fieber und Schmerzen, die im Heilungsverlauf als normal anzusehen sind. Nochmals betonte er die Wichtigkeit, dass Olivia ihre Mutter zur ständigen Verfügung haben solle.

Telefonat mit Dr. Herz, der sich angeblich auch mit der Neuen Medizin auskannte:
Auch er lehnte es ab, als verantwortlicher Arzt aufzutreten und riet uns den Gang zu den Medien.

Diesen Vorschlag versuchte ich sofort umzusetzen und rief meine Schwester Silvia an, damit sie mir einen Termin bei Herrn Schijok („ORF“)9, den sie persönlich kannte, verschaffte.

Telefonat mit Frau Schijok:

Sie wirkte sehr reserviert, erklärte sich aber bereit, mit ihrem Mann zu sprechen.

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