Besuch von Familie Wöck:

Ingrid kam zuerst mit ihren beiden Kindern, ihr Mann Erich etwas später. Obwohl wir einander bei weitem noch nicht gut kannten, war ab dem ersten Augenblick ein vertrautes, freundschaftliches Gefühl dominierend. Deren Kinder, Gunda und Patrick, beide im Alter von Elisabeth und Olivia, waren wirklich entzückend offenherzig. Im Schulraum brachten wir den Videorecorder zum Laufen, und die Kinder konnten sich einen Zeichentrickfilm anschauen.

Als Silvia ebenfalls kam, machten sie sich zum Aufbruch bereit.

Gespräch mit Silvia:

Beide waren wir um gegenseitiges Verständnis bemüht. Silvia war für mich, sie selbst gab es auch offen zu, ein Idealbild einer Konsumentin. Ihre größte Freude empfand sie, wenn sie in einen Flieger steigen konnte, um zu einem fernen Urlaubsort gelangen zu können. Glück und Zufriedenheit in ihrem Inneren zu suchen, war für sie kein Thema. Sie lebte für die äußerliche Abwechslung.

Olivia:

Ihr Appetit hielt sich weiterhin in Grenzen. Aber auch ihre Übelkeit und Bauchschmerzen waren deutlich geringer geworden. Ihre Gemütsverfassung war ebenfalls mit der Chemopause gestiegen. Sorgen machte mir ihr Bauch. Unterhalb der langen, den ganzen Bauch durchkreuzenden Narbe, gab es einen Bereich rechts vom Nabel, der absolut gefühllos war. Wodurch war diese Taubheit entstanden? Durch die Operation oder durch die Bestrahlung? Vermutlich durch die Bestrahlung. Durch den Schnitt wohl kaum, denn oberhalb der Narbe und unterhalb dieser links vom Nabel hat sie sehr wohl ein Empfinden.

Krankenschwestern:

So sehr der Kampf zwischen uns und den Ärzten auch getobt haben mag, von den Krankenschwestern kann man nur das Allerbeste festhalten. Sie opferten sich wirklich für ihre Patienten auf, und wenn einmal ein Lachen auf der Station zu hören war, so konnte man sicher sein, dass es von einer gutgelaunten Schwester stammte.

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