Die holländische Todesart“ lautet die Überschrift eines Kommentars im Wall Street Journal-Europe vom 23. April, worin der Verfasser Richard Miniter die niederländische Euthanasiepraxis scharf angreift. Miniter schreibt, hinter der „Kultur des Todes“, die sich jetzt in der Legalisierung der Euthanasie ausdrücke, steckten vor allem wirtschaftliche Faktoren – besonders seit „die Ärzte lernten, wie Buchhalter zu denken“.

Als die Kosten für medizinische Versorgung anzusteigen begannen, habe man den Ärzten „große Vorträge über die steigenden Kosten gehalten“, erklärt Miniter. „In vielen Krankenhäusern wurden Schilder aufgestellt, auf denen vorgerechnet wurde, wieviel die Behandlung älterer Menschen den Steuerzahler kostet.“ Die Zeitung zitiert einen Sprecher der Katholischen Vereinigung für ältere Menschen: „Alte Menschen müssen sich dafür entschuldigen, daß sie leben. Wenn sie sagen, daß alle ihre Freunde tot sind, sagen die Leute nicht ‚Du solltest dir neue Freunde suchen’, sondern ‚Vielleicht ist es für dich jetzt auch Zeit, abzutreten’.“

Der Wandel sei dramatisch, schreibt Miniter weiter, denn im Zweiten Weltkrieg sei Holland das einzige von den Nazis besetzte Land gewesen, in dem kein einziger Arzt jemals Euthanasie befürwortet oder praktizierte. Schon 1991 seien nach Angaben eines Regierungsbeamten fast 6000 Menschen von ihren Ärzten ohne ihre Zustimmung getötet worden. In dieser Zahl seien jedoch etliche der betroffenen Gruppen noch gar nicht erfaßt, die unfreiwillig sterben mußten, wie behinderte oder unheilbar kranke Kinder und Geisteskranke.

Viele alte Menschen haben jetzt Angst vor holländischen Krankenhäusern“, schreibt Miniter weiter. „In einer der jüngsten Umfragen, in der Euthanasie gar nicht erwähnt wurde, äußerten mehr als 10% der Senioren von sich aus, sie hätten Angst, daß ihre Ärzte sie ohne ihre Einwilligung umbringen könnten.“

mjb

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