ANGEMERKT

In der Konservenbüchse

Wahre Unabhängigkeit ist, so dachte sich wohl der texanische Milliardär Edward Bass, wenn man nicht einmal die Luft zum Atmen aus der irdischen Atmosphäre braucht. Seine künstliche Weltkugel in der Wüste von Arizona, Bi- osphere 2, sollte auch darin autonom sein. Das ging gründlich schief. Zuletzt hat sich jetzt der wissenschaftliche Beirat des Unternehmens aufgelöst; hat doch das Ganze wenig mit Wissenschaft, dafür desto mehr mit Public Relations zu tun.

Denn die „Konservenbüchse“ ist – selbst mit 1,26 Hektar Fläche, wie sie die „Biosphäre“ umfaßt – viel zu klein, als daß sich hier ein ökologisches Gleichge- wicht einstellen könnte, das auch nur annähernd so lebensfreundlich ist wie das der übrigen Welt nach fünf Milliarden Jahren Entwicklungsgeschichte. Insofern hat Biosphere mit einer schlecht behandelten Konservenbüchse zu tun, deren Inhalt – durchaus unerwünschtes – Eigenleben entwickelt, wenn man sie zuvor nicht ordentlich „pasteurisierte“, wie die Menschheit im vorigen Jahrhundert von Louis Pasteur in Frankreich gelernt hat. Und eine weitere Gemeinsamkeit stellt sich jetzt heraus. Offenbar haben die Leute in der „Büchse“ von Edward Bass geschummelt, was allerdings nicht besonders verwundert. Doch dasselbe gilt auch für den großen Louis Pasteur, dem die Welt unter anderem die Erkenntnis verdankt, daß Krankheiten durch Mikroben verursacht werden.

Selbst ein Pasteur hat mehrfach „wissenschaftlichen Betrug“ begannen, so ver- kündete jetzt der Historiker Gerald L. Geison von der amerikanischen Universi- tät Princeton. Das konnte er feststellen, nachdem nun die privaten Notizbücher des berühmten französischen Forschers ausgewertet worden sind.

Besonders negative Versuchsergebnisse hatte Pasteur nur darin eingetragen, die veröffentlichten Daten dagegen „geschönt“ und manchmal – gerade bei seinen spektakulären Impf-Experimenten – bewußt gelogen. Der geniale Forscher hat sich, zu seinem und der Menschheit Glück mehr auf sein Gefühl als auf seine Messungen verlassen. Üblicherweise geht das allerdings in der Wissenschaft schief.


Anmerkung von HPilhar

Louis Pasteur hat seinem letzten Nachfahren testamentarisch aufgetragen, seine Tagebücher zu publizieren. Auf seinem Sterbebett plagte Pasteur offenbar sein schlechtes Gewissen.

Dies tat sein letzter Nachkomme und überreichte diese Tagebücher einer amerikanischen Universität. Diese brauchte 20 Jahre, um den Betrug von Pasteur zu enttarnen.

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