Natürlich kann man das!

Entscheidend ist, wie man seinen Partner oder seine Mutter oder Kind im Moment des DHS empfunden hat.

Ich war ab 1994 für einige Jahre oft in Asien unterwegs, vorwiegend Thailand. Damals hatte ich eine thailändische Freundin namens Nom. Mit ihr war ich 4 Jahre zusammen. Ich erinnere mich noch gut an die Vorbereitungen, als ich sie das erste Mal mit nach Österreich genommen hatte. Flugticket, Visum, Versicherungen, warme Kleidung. Ich hatte für meine Freundin das Gefühl der Verantwortung, wie für ein Kind, obwohl sie mit 22 erwachsen war und ich sie auch so wahrnahm. Nur war sie noch nie zuvor außerhalb Thailands. Ihr war alles in Europa fremd. Sie sprach kein Deutsch und mir war klar, dass sie in Österreich anfangs so unbeholfen sein würde, wie ein Kind. Ich bringe sie in eine ganz andere, für sie absolut fremde Welt. Sollte ihr etwas passieren, bin ich verantwortlich, weil ich sie mitgebracht hatte. In Thailand ist sie zu Hause, da kennt sie sich aus und da nahm ich sie als Erwachsene wahr, aber nicht in Österreich. Denn hätte ich sie nicht mitgenommen, wäre ihr das also nicht passiert. So mein Verantwortungsgefühl ihr gegenüber.

Es ging alles gut, sie gewöhnte sich schnell ein und da ich öfter für einige Wochen beruflich auf Reisen war und sie alleine in Wien blieb, lernte sie auch rasch die Deutsche Sprache. Nicht aber lesen und schreiben.

Wie es so ist mit Beziehungen zwischen so unterschiedlichen Kulturen, scheiterte auch unsere Beziehung nach 4 Jahren. Nom blieb nach unserer Trennung weiter in Österreich. Sie hat einen anderen Mann kennengelernt, den sie dann auch geheiratet hatte. Sprechen konnte ich mit ihrem Mann nicht, er war ein 100%iger Systemfolger. Wenn etwas nicht in der Zeitung steht, dann gibt es das auch nicht. Aber ihre Wahl, ihr Leben.

Es vergingen Jahre und ich erinnere mich noch detailliert daran. Ich war wieder einmal in Thailand und ich habe sie in Österreich angerufen, weil ich die Telefonnummer eines gemeinsamen Bekannten in Thailand erfragen wollte.
Sie konnte mir die Nummer nicht geben, weil diese bei ihr zu Hause war, sie aber im Krankenhaus liegt. Im Krankenhaus? Was ist passiert? Sie hatte Leukämie und bekommt Chemo.

Das war 1999. Meine Kenntnisse über die Germanische waren damals noch lückenhaft, aber ich wusste wo ich alles nachschlagen konnte. Ich weiß noch, dass ich sie ermahnte, sofort nachhause zu gehen, in 3 Tagen wäre ich zurück in Österreich, dann würde ich zu ihr kommen, um sie zu retten.

Nach meiner Ankunft in Wien kopierte ich einen dicken Packen aus den Goldenen Büchern in der Hoffnung, dass ihr Ehemann das lesen würde. (sie konnte immer noch nicht deutsch lesen) für sie besorgte ich einen Kassettenspieler mit Kopfhörer, damit sie sich Tonkassetten und ein Interview mit Dr.Hamer anhören könne.

Ich weiß noch, ich saß bei ihr im Krankenhauszimmer und versuchte ihr zu erklären, was sie hat und das sie aus der Onkologie sofort rausmuss, man würde sie hier ermorden.

Sie war gerade in dem Stadium alle ihre langen Haare zu verlieren. Auch war sie zu Therapiebeginn im siebenten Monat schwanger, das Kind wurde durch die Chemo natürlich abgetötet.

Eine Ärztin kam gutgelaunt mit einem „Guten Morgen“ herein. Meine Gedanken: „Verschwinde du Mörder!“ Mein Gesicht hatte wahrscheinlich genau dasselbe ausgedrückt, sie drehte auf dem Stand um und war wieder raus.

Ich versuchte Nom klar zu machen, sie müsse ihren Mann dazu bringen, das alles zu lesen, was ich kopiert hatte und sie müsse die Therapie sofort abbrechen.

Natürlich kämpfte ich auf verlorenen Posten. Sie hat nichts von dem verstanden, was ich ihr über die damals noch Neue Medizin erzählt hatte und ihr Mann hat mit Sicherheit nicht ein Wort gelesen, was ich für ihm kopiert hatte.

Die Krankenkasse hatte ihren jüngsten Bruder aus Thailand einfliegen lassen als Knochenmarkspender und es wurde das ganze Programm abgespult.

In einer Therapiepause traf ich Nom nochmals in einem Lokal. Da hatte sie bereite keine Haare mehr und trug ein Kopftuch. Bei diesen Treffen musste ich schließlich einen Konflikt gelöst haben. Nicht ich musste sie trösten, sie tröstete mich. Sie war emotional in bester Verfassung und erklärte mir, dass es doch überhaupt kein Problem sei, wenn sie nicht überlebt. Sie würde einfach in einen neuen Körper wiederkommen, sich dann aber ein einfacheres Leben aussuchen. Als gläubiger Buddhist nimmt man vieles nicht so dramatisch.

Bei diesen Treffen verstand ich, dass sie die Therapie weiterführen würde, egal was kommt und so habe ich meinen Kampf um sie aufgegeben. Wahrscheinlich habe ich mich zu diesem Zeitpunkt innerlich von ihr verabschieden. Sie war Erwachsen, verheiratet und hatte ihr eigenes Leben, über das sie selber zu entscheiden hat. Es war nicht länger mein Kampf um sie und ich war nicht mehr für sie verantwortlich.

In der folgenden Nacht weckte mich bohrende Zahnschmerzen. Ich erbat einen Nottermin bei Zahnarzt und wollte diesen Backenzahn an der linken Seite (ich bin Rechtshänder) einfach nur heraus haben. Die Zahnärztin weigerte sich aber, da der Zahn gesund sei. Sie öffnete mit einem Metallwerkzeug das Zahnfleisch, es quollen Eiter und andere Sekrete heraus, der Druck war weg und augenblicklich hörten die Zahnschmerzen auf.

Die Zahnärztin erklärte mir etwas über Bakterien, die sich in den Zahnzwischenraum verirrt hätten und dort eine Entzündung, eine Zahnfleischtasche verursacht hätten. Es kam noch für Wochen eine süßlich schmeckende klare Flüssigkeit heraus, bis alles von alleine abgeheilt war.

Am nächsten Studienkreis erklärte Helmut was in meinen Kiefer gerade geschieht. Ich hatte einen Konflikt des nicht zubeißen können gelöst, mit meiner Mutter oder meinem Kind. Jetzt wäre ich eben in der Heilungsphase. Der betroffene Kieferknochen rekalzifiziert jetzt, was ein Ödem unter der Knochenhaut bildet und sehr schmerzhaft ist. Die Zahnärztin hatte dieses Ödem geöffnet, so konnte der Druck entweichen und die Schmerzen stoppten. Die Heilungsphase geht natürlich weiter, dauert so aber etwas länger. Typisch die süßliche klare Flüssigkeit aus der Öffnung.

Das Problem, damals hatte ich keine Kinder und mit meiner Mutter hatte ich genügend Konflikte, um ganze 6 Jahre keinen Kontakt mehr gehabt zu haben, daher gab es von dieser Seite keine Möglichkeit für einen potenziellen Konflikt.

Es kann also gar nicht anders sein, als dass ich für Nom immer noch das Gefühl der Verantwortung trug, wie für ein Kind. Wie damals als ich sie erstmals nach Österreich mitgenommen hatte. Dieses Gefühl hatte sich nie geändert.

Für den Zeitpunkt des DHS gibt es 2 Möglichkeiten. Einerseits als ich in Thailand am Telefon erfahren hatte, dass Nom Chemo macht. Das gesamte medizinische System als Feind von ihr weg beißen zu wollen. Oder aber wahrscheinlicher, als ich am Krankenbett sitzend die hereinkommende Ärztin sah. (Bleib weg von ihr! = ich habe mit Zähnen und Klauen versucht den nahenden Feind abzuwehren)

Die Geschichte hat aber ein happy end. Ich habe Nom 12 Jahre später zufällig wieder getroffen. Sie hatte ihre langen Haare wieder, war soweit gesund, konnte aber keine Kinder mehr bekommen. Sie ist bis heute der einzige Fall, den ich kenne, der das gesamte Programm mit 3 Chemoblöcken und Knochenmark-Transplantation bis zum Schluss durchgezogen hatte und dennoch lebt. Nicht nur die statistischen 5 Jahre. Ich habe sie 12 Jahre später noch einmal getroffen.

Wie kann jemand diese Giftfolter so lange überleben? Ich kann es mir nur so erklären. Bei unserem Treffen während der Therapiepause in dem Lokal machte sie auf mich den Eindruck einer absolut buddhistischen Hingabe und Ausgeglichenheit. Die Bereitschaft alles bedingungslos anzunehmen was kommen würde, ohne Vorbehalt. Mit Sicherheit hatte sie keine Todesangst oder andere typische Folgekonflikte aktiv. Sogar über ihre Glatze konnte sie lachen. Mit ihrer buddhistischen Ruhe, konnte sie sogar meinen Konflikt am Kieferknochen in Lösung bringen. Vielleicht liegt darin der Grund, wie sie das alles überleben konnte.


Anmerkung von HPilhar

Ein in mehrfacher Hinsicht interessanter Fall.

Einen Partner empfindet man in seltenem Fall als Kind und ich fragte nach, ob er mit dem Thaimädchen Kinder haben wollte, oder ob seine Mutter gegen diese Beziehung gewesen wäre. All das verneinte der Schreibende.

Er beschreibt auch schön, warum er seine Partnerin als Kind empfand. Es zählt in der Germanischen Heilkunde das, was der Betroffenen sagt. Jeder hat seine eigene Realität und der Therapeut der Germanischen Heilkunde (ich bin keiner) muss sich darauf einlassen können.

Sein Konflikt aber war vermutlich nicht die Ärztin oder das Medizinsystem, die er von seiner Freundin fernhalten wollte, sondern er konnte „sein Kind“ nicht aus der Gefahrenzone mit seinen Zähnen wegtragen. Meine stelle sich eine Katzenmutter vor, die ihr Junges trägt.

Diese wahnsinnige Pseudotherapie mit Chemo oder noch schlimmer mit Hochdosischemo, hat der Patientin das Kind umgebracht. Dass sie es selbst überlebt hat, grenzt an ein Wunder. Ein fester Glaube kann einem vor Konflikten schützen. So haben gläubige Christen immer ihr lieb Jusulein „mit dabei“, womit eine Isolation nicht gegeben ist und ein DHS schwerer passieren kann, als bei Nichtgläubigen.

7 Idee über “Partner auf der Mutter/Kind Seite? – Erfahrungsbericht der Germanischen Heilkunde

    • Helmut Pilhar sagt:

      Von einem „zweiten Ehemann“ der Thailänderin ist nicht die Rede. Immer schön bei dem Gesagten des Betroffene bleiben und nichts hinzu dichten.

      • Maruschka sagt:

        Guten Tag Herr Pilhar. Ich muss ihnen widersprechen. Es heisst im Text, die thailändische Frau habe einen anderen Mann kennengelernt, den sie auch geheiratet hat. Danach ist noch einige Male von diesem Mann die Rede. Allerdings habe ich auch nicht das Gefühl, dass der Schreiber ein grosses Problem mit diesem Mann gehabt hätte. Freundliche Grüsse

  1. Johannes sagt:

    Interessanterweise überlege ich auch schon die ganze Zeit, ob ich meine Ehefrau nicht gelegentlich als „Kind“ empfinde. Ich habe ich Krampfadern auf der „Mutter-Kind-Seite“. Vermutlich empfinde ich das „kindliche“ Gejammere meiner Frau nach einem Wohnortwechsel in Ihre Heimat wie einen Klotz am Bein.

    • Helmut Pilhar sagt:

      Eine interessante Vermutung. Eventuell war aber der auslösende Konflikt mit Ihrer Mutter, die ähnlich jammerte, wie heute Ihre Frau es tut?

      • Johannes sagt:

        Hallo Helmut, das kann ich mit Sicherheit ausschließen. Meine Mutter „jammert“ überhaupt nicht – eigentlich bewunderswert! – Es bleibt das „kindliche“ Gejammere meiner Frau, und das hat mich definitiv schon am falschen Fuß erwischt!

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