Hallo Helmut & Erika!

Ich möchte euch unsere letzten Erkenntnisse mit Marius (5,5 Jahre) mitteilen.

Das Buch und die DVDs sind vor einigen Tagen erst bei uns angekommen… bei uns dauert sowas immer etwas länger.

Letzte Nacht haben wir das Lehrvideo „Reihenfolge der Konflikteinschläge“ angesehen, dabei ist mir ein Licht aufgegangen. Dass Marius als Linkshänder früh einen Revierangst-Konflikt im Sprachzentrum erlitten haben muss, ist eindeutig. Die Kunst ist herauszufinden, was genau passiert war. Wie gesagt, beim Schauen der DVD wurde es uns klar. Es war sehr wahrscheinlich das Abstillen.

Marius wurde bis 18 Monate mit der Brust gefüttert. Zwar hat er auch vorher schon etwas Obst und Wasser zusätzlich bekommen, aber ernährt wurde er durch die Brust. Allerdings wollte er immer mehr, hatte schon ein Drittel von Natalies Gewicht und hat Natalie buchstäblich ausgelutscht. Sie war schon auf 42 Kg abgemagert. Reduzieren, also nur noch zwei mal täglich an die Brust, hat er nicht akzeptiert und Terror gemacht. Also hat Natalie beschlossen, mein Kind braucht eine gesunde Mutter, es ist Zeit zum Abstillen.

Am selben Tag als sie den Beschluss gefasst hat, hat sie ihre Periode wieder bekommen und die Brüste wurden deutlich kleiner. Marius aber hat drei Tage durch Terror gemacht und nach 5 Tagen hat er akzeptiert, das er nicht mehr an die Brust darf.

Ich bin sicher das war sein Revierangst-Konflikt. Auch heute noch will er wann immer möglich mit Mammis Brüsten kuscheln, besonders zum Einschlafen.

Er ist, wie im Video beschrieben, der Macho. Mit Buben oder männlichen Mädchen spielt er zwar, es gibt dann aber auch öfter Streit und Abneigung, die sind Rivalen. Weibliche Mädchen aber liebt er, leider gibt es davon nicht so viele.

Im März hatte Marius einen richtigen Entwicklungsschub und sehr viel nachgeholt. Wenn wir ihm jetzt mit verschiedenen anderen Kindern beim Spielen vergleichen, würden wir ihm nur noch als ein Jahr jünger einschätzen, als er tatsächlich ist, was im Vergleich von vor einem halben Jahr ein riesiger Fortschritt ist. Nur mit der Sprache ist er noch weiter zurück. Allerdings schon viel besser als noch Anfang des Jahres, da konnten wir uns verbal mit ihm fast überhaupt noch nicht verständigen, jetzt verwendet er viel mehr Sprache um zu kommunizieren und spricht auch öfters ganze Sätze, wenn auch grammatikalisch nicht richtig.

Gestern ist Natalie einer Russin über den Weg gelaufen, die sie seit einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Plötzlich hat Marius begonnen in Russisch in ganzen einfachen Sätzen zu sprechen und auch die Grammatik war richtig. Die haben beide nur noch gestaunt. Würde er auf Deutsch nur so gut sprechen.

Vor 3 Tagen ist Marius beim Spielen mit anderen Kindern auf irgend eine Schiene gekommen und hat nur noch Ärger gemacht. Er war plötzlich wie ausgetauscht und wir hatten den Eindruck, wir reden mit einen Zweijährigen. Auch sein Gesichtsausdruck war plötzlich sehr verändert. Da dieser Zustand auch am nächsten Tag noch anhielt, hatte ich eine Idee ihm da heraus zu holen.

Wie ich euch bereits geschrieben hatte, konnte Marius seinen Konflikt mit Wasser im Gesicht lösen. Er hat sich schon das „Tapfere Seepferdchen Abzeichen“ verdient (alleine einmal um das ganze Schiff zu schwimmen) und vor ca. 2 Wochen konnte ich ihm motivieren, vom Deck aus ins Wasser zu springen, was ihm seither Spaß macht. Diese Schiene (Wasser im Gesicht) ist also erledigt.

Als er also vor zwei Tagen am Spielplatz mit den Kindern auf eine Schiene kam, dann nur noch Ärger machte und wie ein Zweijähriger gewirkt hatte und dieser Zustand auch am nächsten Tag noch so war, habe ich ihm gesagt, ich springe jetzt ins Wasser und er soll mitkommen. Er hat das T-Shirt ausgezogen, ist nach vorne gelaufen, über die Reling geklettert und gesprungen und es hat ihm Spaß gemacht und ihm von der Schiene herunter geholt auf der er war. Er war sofort wieder der er jetzt ist. Es ist, als ob zwei verschieden alte Seelen in ihm wohnen würden.

Als wir im März häufig Gäste hatten, ging Natalie abends mit ihm in sein Zimmer, las ihm etwas vor und Marius ist an Mammas Brust kuschelnd eingeschlafen. Damals hatte er den unglaublichen Entwicklungsschub. Jetzt nach dem Geistesblitz, was sein Revierangst-Konflikt sehr wahrscheinlich gewesen war, ist uns auch die Schiene klar. Mammas Brüste, mit denen er kuscheln will.

Wir haben also beschlossen, das Natalie jetzt jeden Abend – wie damals als wir oft Gäste hatten – mit Marius in sein Bett geht und ihm an der Brust einschlafen lässt. Auch werden wir Tag und Nacht das Studentenmädchen laufen lassen.

So wie wir die Germanische verstanden haben – und dazu möchte ich Dich um deinen Rat bitten, ob wir damit richtig liegen – Wenn der Revierangst-Konflikt das Abstillen war, Mammas Brüste verloren zu haben. Den Konflikt endgültig zu lösen ist wahrscheinlich nicht mehr möglich.

Da wir hier meist nichts anhaben, oder aber Natalie meist Oben Ohne ist, ist Marius ständig auf der Schiene, er sieht die Brüste, die nicht mehr sein Revier sind, oder er muss es mit Papa teilen:-)

Was denkst du wäre besser, wenn Natalie sich Tag und Nacht verhüllt so das Marius nicht immer an sein Revier erinnert ist, oder soll Natalie ihm mit den Brüsten kuscheln und auch einschlafen lassen, wann immer er will?

Sein Körperbau ist sehr maskulin und er wächst in Schüben. Es gibt Zeiten in denen er fast nichts isst und auch nicht wächst. Dann hat er wieder Phasen wo er uns die Haare vom Kopf frisst, dann wächst er auch rasend schnell. Das aber glaube ich, ist normal so. Wir versuchen ihm auch nicht zum essen zu zwingen, wenn er nicht will, oder umgekehrt.

Hier auf Martinique ein CT machen zu lassen ist nicht möglich. Ohne Facharzt Überweisung wird hier nichts gemacht, und nur über Versicherung, auch nicht wenn man bereit ist bar zu bezahlen. Wir werden versuchen auf Grenada ein Schädel-CT machen zu lassen, dort ist die Bürokratie noch nicht so ausgeartet, kaum jemand ist versichert und mit Barzahlung geht alles. Dauert aber noch ein paar Wochen bis wir dort sind. Wir befürchten aber, das wir Marius narkotisieren lassen müssen, um ihm in die Rohre zu bekommen, er verweigert sogar jedes Heftpflaster. Ja, es ist auch für uns wichtig zu sehen, welche Einschläge er hat, andererseits wollen wir ihm beim Anfertigen einer CT auch nicht zusätzlich traumatisieren. Mal sehen.

Wir werden die DVDs alle noch mehrfach durch studieren. Die Konstellationen zu verstehen ist im Moment für uns vorrangig. Jedes mal wenn wir uns damit beschäftigen, haben wir einen neuen Aha-Effekt, unglaublich, auch wenn man meint man kennt sich schon ganz gut damit aus… nein, es geht noch mehr.

Liebe Grüße aus Martinique
Natalie, Hans & Marius

PS: Gestern hat Natalie sich am Spielplatz mit einer anderen Mutter unterhalten, während die Buben gespielt haben. Da kam Marius zu der anderen Frau und sagte ihr auf englisch, dass Alban (deren Sohn) auf ein Boot geklettert ist.

Wir wissen, dass er Englisch versteht, aber er spricht es nicht… doch plötzlich… irgendetwas dürften wir richtig machen ;-)))

Es gibt hier auch einen gleichaltrigen rechtshändigen Buben, der auch nicht spricht (noch weniger als Marius bis vor wenigen Monaten). Im Kindergarten kümmert sich zwar ein Spezialist um ihm, allerdings ohne Erfolg, die haben den Buben zum Idioten erklärt. Die Eltern aber sind 100% Systemlinge, kein Wort abseits vom Mainstreem, leider.

Liebe Grüße
Hans


Anmerkung von H.Pilhar

Mamas Brüste meiden?

Man kann Konflikte ja auch überwinden. Ich denke, die im Moment getroffene Abmachung, Mamas Brüste zum Einschlafen zur Verfügung zu haben, ist nicht schlecht. Es ist kein abruptes Verbot und er hat etwas tagsüber, auf das er sich freuen kann.

Papa darf halt nicht eifersüchtig werden 😉

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