NIERENSTEINE, STURM UND SEGELN

1999 kannte ich die GNM noch nicht. Diese habe ich – seit Jahren nicht mehr in D. lebend und die Medienhetze gegen Dr. Hamer verpassend – erst 2004 in einem Buch von Juergen Juergenson (“Die lukrativen Lügen der Wissenschaft“) kennen gelernt.

Kurz vor Beginn der Hurrikansaion Anfang Juni 1999 segelten meine Frau und ich in unserem relativ kleinen, frisch gekauften Gebraucht-Segelboot (8m) von den Jungferninseln (Karibik) nach Dominica. Ich hatte Dingys gesegelt, meine Frau überhaupt nicht. Erfahrung solo auf dem offenen Meer für beide also Null. Kein Problem, dachte ich, da die Inseln der Karibik jeweils nur eine Tagesreise (25-30 SM, d.h. 6 – 12 Std.) von einander entfernt sind. Kann alles also gar nicht so wild sein, oder? Stimmt, wenn man jede Insel ansegelt und dort eine Nacht Pause macht. Und wenn das Wetter stimmt, also der Wind günstig steht.

Wir sind aber non stopp gesegelt und kamen nach zwei fast schlaflosen Nächten kurz hinter Guateloupe in schlechtes Wetter. Eigentlich wollte ich völlig übermüdet endlich ankern und ausschlafen. Dann fiel unser Motor aus. Es wurde Nacht und die Ankerstelle bei Gegenwind und starker Strömung mit hohem Wellengang unerreichbar. Also noch eine Nacht an der Pinne (Autopilot hielt bei hohem Wellengang nicht), um wenigstens die Position zu halten. Meine Frau – Nichtschwimmerin, Nichtseglerin – sollte bei dem Wellengang in der sicheren Koje bleiben.

In dieser Nacht wünschte ich mir nichts mehr, als endlich von dem Boot runter zu kommen. Kurz nach Mitternacht hatte ich plötzlich Angst (eigentlich war es nicht wirklich gefährlich, aber die Müdigkeit und der Stress beeinträchtigen sicher meine Urteilsfähigkeit), kaum beschreibbare, richtig graue, eiskalte Angst. So was hatte ich nie noch gefühlt. Als wenn ich aufgefressen würde von dunkelgrauer Negativität. Ich, der große “Abenteurer“, der auch ohne Motor überall hinkommt…

Noch nie fühlte ich mich so allein, isoliert und völlig aus meinem Element. Noch nie hatte ich einen Sonnenaufgang so herbeigesehnt. (Meiner Frau gegenüber durfte ich mir nichts anmerken lassen, da sie offensichtlich selber Angst hatte.)

Dann ging endlich die Sonne auf, der Wind legte sich, alles sah trotz hoher Wellen statt traurigschwarzmattgrau wieder fröhlichblauweißschön aus. Meine Frau übernahm die Pinne und ich konnte endlich zwei Stunden schlafen. Abends konnten wir endlich vor Dominica ankern und ausschlafen. Aber dann mussten wir weiter. Raus aus dem Hurrikangürtel, nach Süden, mindestens bis nach Grenada. Da sollte es die Sommermonate sicher sein. Wir haben es dann auch ohne Probleme bis Grenada geschafft.

Ca. zwei Wochen später hatte ich nachts plötzlich Nierenkoliken. Erst dachte ich, es sei eine Magenverstimmung. Schließlich hatte ich den Eimer mit Kentucky Fried Chicken fast alleine gegessen. Auch ging es mir abends bereits wieder besser. Eine Woche später wurde es dann nochmals richtig schlimm. Superschmerzen. Am nächsten Tag war kein richtiger Urinfluß mehr möglich, aber keine starken Schmerzen mehr. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Bewegung bei Nierenproblemen gut sein solle. Ich habe mich dann gezwungen, den ganzen Tag im Dschungel wandern und klettern zu gehen (Seven Sisters, schöne Wasserfälle, paradiesisch). Abends wieder starke Schmerzen und nur bei starkem Druck Urin.

Zwei Nierensteine abgesondert und Zystenbildung“, meinte der Arzt mit seinem Ultraschall am nächsten Tag.

Ich habe mir dann zur Sicherheit Schmerzmittel geben lassen, weil wir ein paar Tage später nach Trinidad segeln wollten (ca. 15-20 Std., also Nachtsegeln, um bei Tageslicht anzukommen). Die musste ich aber nicht mehr einnehmen. In Trinidad dann – außer leichten Rückenschmerzen – keine Probleme mit den Nieren mehr…

Ein paar Monate später sind wir dann die Inselkette wieder hoch, einige Tage auch mit schlechtem Wetter, einige Stunden wieder mit Sturm, wieder bis zu den Jungferninseln, wo wir dann von 2000 bis 2004 im Winter auf dem Boot und – während der Hurrikansaison im Sommer – im Apartment gelebt haben. Seit dem in SO-Asien.


Anmerkung von H.Pilhar

Unser Freund wird einen Reviermarkierungskonflikt erlitten und auch gelöst haben. In der Krise geht mit etwas Glück, der kristalline Nierenstein ab.

Ob er sich mit seiner Frau nicht irgendwann einmal in dieser Streßsituation in die Haare geraten ist?

Die Zystenbildung ist ein gelöster Flüssigkeitskonflikt (z.B. ein Beinaheertrinken).

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