Grias di, Helmut!

Heute sind mein Mann, meine Tochter und ich an den See gefahren, um dort die Sonne ein wenig zu genießen. Wir fahren meistens Autobahn, so auch heute. Plötzlich wurde mir schlecht (wiedermal Schwangerschaftsübelkeit) und ich bat meinen Mann bei der nächsten Gelegenheit rechts ran zu fahren. Er hielt auf dem Standstreifen, wo ich mir mein Frühstück nochmal durch den Kopf gehen ließ. Das war um 12:15 Uhr.

Bis wir unseren Platz am See erreichten und langsam unsere ganzen Fressalien auspackten, war es ca. 13:00, vielleicht auch ein paar Minuten früher. Plötzlich sah ich schlecht. In meinem Sichtfeld zeichnete sich ein flimmernder kreisrunder Fleck ab, von der Mitte ausgehend nach unten links. Er war nicht sonderlich groß, ich würde sagen, er hat etwa ein Achtel meiner Sicht beeinträchtigt. Der Fleck selbst erinnerte an ein Muster eines Kaleidoskops oder an bunte Streusel.

Fast im Minutentakt konnte ich beobachten, wie der Fleck immer größer wurde, allerdings wurden diese “flimmernden Streusel” in der Mitte des Flecks immer mehr nach außen gedrängt, sodass es schlussendlich nur noch ein “Streuselring” war. Im Inneren des Rings sah ich nur stark verschwommen und mein Sichtfeld war jetzt zu dreiviertel eingeschränkt. Und auf einmal war alles weg und ich konnte wieder normal sehen. Das war um 13:37 Uhr.

Dieses Phänomen hatte ich als Kind sehr oft und auch als Jugendliche. Den Konfliktinhalt weiß ich leider nicht. Aber heute konnten mein Mann und ich besser Detektiv spielen.

Von der Entstehung des Flecks bis zu seinem Verschwinden sind etwa 40 Minuten vergangen. Weitere ca 40 Minuten vorher, standen wir auf dem Standstreifen der Autobahn. Auf einmal erinnerte ich mich daran, wie die LKWs an uns vorbeibretterten. Es war für mich wirklich eine blöde Situation. Einerseits war ich froh, dass ich mich mal 2 Minuten auskotzen konnte, wo mir eh schon den ganzen Vormittag übel war und ich keine Erleichterung fand, andererseits hatte ich immer auch den Blick nach hinten gerichtet, d.h. ich streckte meinen Kopf aus der Beifahrertür und schaute immer wieder nach rechts, wo ich die LKWs von hinten ankommen sah. Das würde ja schonmal passen, dass sich der Fleck im linken Sichtfeld beider Augen abzeichnete.

Nun vermute ich, dass das wohl ein Angst-im-Nacken-Konflikt vor einer Sache war, nämlich den LKWs (vor allem, weil uns ein LKW vor ein paar Jahren von hinten über eine gesamte Kreuzung geschleudert hatte). Die konfliktaktive Phase dauerte solange, bis wir am sicheren See waren, wo mir auch nicht mehr schlecht war. Unter der Autofahrt selbst war mir sehr wohl noch übel und ich hätte jederzeit wieder meinen Mann bitten müssen, irgendwo rechts ran zufahren. Nur hatte ich in dieser ca-Phase keinen Funktionsausfall des Sichtfelds. Zumindest ist mir keiner aufgefallen.

Am sicheren See kam dann die Lösung und vielleicht war dieser Fleck ja ein klitzekleines Heilungsödem zwischen Netzhaut und Sklera, bei dem sich die Netzhaut vielleicht einfach nicht abgelöst, sondern aufgewölbt hat…oder so. Jedenfalls ist alles wieder in Ordnung.

Jetzt stellt sich nur die Frage: Wenn ich recht habe mit meiner Vermutung, wo bleibt der Funktionsausfall in der ca-Phase? Sollte nämlich der Fleck an sich den Funktionsausfall darstellen, muss ich sagen, dass ich keinen zugehörigen Konflikt finde, der sich um ca. 13:00 Uhr zugetragen hätte, noch dazu fehlen mir im Anschluss an das Verschwinden des Flecks andere Heilungssymptome, denn nach 13:37 Uhr war alles wieder so, als wäre nie etwas gewesen.

Vielleicht findest du da eine Antwort drauf, Helmut.

Danke Dir schonmal und herzliche Grüße
Sarah

P.S.: Am Tag zuvor waren wir im Wald beim Schwammerlsuchen, natürlich im Anschluss an einen sonntäglichen Badetag und in passenden Schwammerlsuchklamotten… Sommerkleid und Flipflops; Dementsprechend hab ich einige Zecken und anderes Getier an mir gehabt. Ich wette, mit diesen Symptomen von heute und der Information: Wald – schlechte Kleidung – Zecken – hätte ich sicher eine Borreliose- oder FSME-Diagnose gestellt bekommen… schön, wenn man an sowas nicht mehr glauben muss.


Anmerkung von H.Pilhar

Diesen “bunten Streuselring” kenne ich auch seit mehreren Jahren, obgleich ich nicht den zughörigen Konflikt oder die zugehörigen Schienen kenne. Deshalb freut mich dieser Erfahrungsbericht besonders, da die Symptombeschreibung ident ist.

Ich hatte es zwei bis drei Mal an einem Auge seitlich und nach einer viertel Stunde war alles wieder verschwunden.

Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich dabei um die Heilungsphase der Netzhaut, wo – wie im Hirn – Ödem eingelagert wird. Der zugehörige Konflikt wird der ehemalige LKW-Unfall gewesen sein und das Halten am Pannenstreifen mit den vorbeisausenden Laster, die entsprechende Schiene.

Die aktive Phase fällt bei den SBSen generell seltener auf als die zugehörigen Heilungsphasen. In der aktiven Phase liegt bei der Netzhaut Funktionsausfall vor. Die Frage ist, ob dieser lokale Funktionsausfall als “Fleck” auffällt oder eben wegen Funktionsausfall gar nicht wahrgenommen wird. In der Heilung kehrt die Funktion wieder zurück, wobei nun aber infolge der Ödemeinlagerung eine Sehverschlechterung einhergeht, welche nun sehr wohl wahrgenommen wird. So in etwa muss das funktionieren.

4 thoughts on “Erfahrungsbericht – Auge mit flimmernden kreisrunden Fleck

  1. Jo Man says:

    Hallo
    Der “Kalaidoskopring” ist meist das 1. Von 3 “Aurasymptomen” einer Mygräneattacke (nebst Sprach- und Gefühlsstörungen an Zunge Hals und Fingern). Im Anschluss gefolgt von Kopfschmerz, der Stunden- oder Tagelang anhält.

    • Helmut Pilhar says:

      Man kann gleichzeitig mehrere SBSe am Laufen haben. Wir müssen aber differenzieren zwischen Migräne, Sprachstörungen usw.

  2. Kurt Reichenberger says:

    Das erste Mal hatte ich diesen Kalaidoskop Ring 1998 in Indonesien. dauer ca 20min. Am anderen Auge hatte ich gleichzeitig einen “Blitz”, schön geformt so wie man ihn in Comic Heften sieht.
    Bin nach meiner Rückkehr damals in KH, man stellte eine Narbe im Gehirn fest und das wars.
    Sither habe ich diese “Anfälle” 3 bis 5 mal im Jahr, total unregelmäßig. Habe auch nach dem dritten Mal Aufzeichnngen geführt, was habe ich gegessen, getrunken, Stress Level etc. Nichts machte Sinn oder war bestimmbar.
    Heute kenne ich mindestens 5 Leute mit den selben Symptomen. Wenn ich diese “Anfälle” nun bekomme lege ich mich nieder , meditiere oder nicke ein und 20 Minuten später ist der Spuk immer vorbei, wobei die Augen nachher schärfer sehen.

    • Helmut Pilhar says:

      Aus dem Bauch raus würde ich sagen, Sie haben in Indonesien einen “Angst im Nacken vor einer Sache” erlitten + Schienen. Dort haben Sie es auch lösen können, allerdings nicht vollständig. Seither reagieren Sie allergisch mit diesem SBS, wenn Sie auf die Schiene kommen.

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