Eltern überglücklich / Hund bringt behindertes Kind zum Kuscheln und Sprechen

Autistisch: Lucky holte Bernhard aus Isolation

NUSSBACH /  Mit sechs fürchtete er sich vor anderen Kindern, konnte nur zweisilbige Wörter bilden und wendete sich ab, wenn seine Mama mit ihm kuscheln wollte. Heute rennt Bernhard (7) mit den Nachbarkindern im Garten herum, spricht in Genzen Sätzen und gibt Besuchern unaufgefordert die Hand. „Es ist ein kleines Wunder“, sagt Mutter Silvia Heissinger (30). Die Wende brachte ein vierbeiniges Familienmitglied der 15 Monate alte Golden Retriever Lucky.

Hiobsbotschaft vom Psychiater

„Ihr Kind hat ganz stark autistische Züge!“ Die Diagnose traf Silvia und Albert Heissinger nicht ganz unerwartet. Bernhard hatte nicht zu reden angefangen, saß mit seinem Spielzeug teilnahmslos in einer Ecke und isoliere sich immer mehr von der Umwelt. „60 Prozent Behinderung“, stellten die Ärzte fest.

Auch im heilpädagogischen Kindergarten bessert sich Bernhards Zustand kaum. Die Eltern lassen nicht locker: Sie konsultieren Fachärzte, ziehen alle möglichen Therapien durch. Mit zweifelhaftem Erfolg. Mit vier hat Bernhard einen epileptischen Anfall, die Ärzte diagnostizieren einen Entwicklungsrückstand von zwei Jahren. Als Bernhard im September des Vorjahrs in die Integrationsklasse der Volksschule Schlierbach kommt, ist sein Rückstand nicht kleiner geworden: „Er hat kaum geredet, hat nicht zählen können, hat keine Farben gekannt“, sagt Silvia Heissinger. Da fassen die Eltern einen entscheidenden Entschluss: Ein Hund muss ins Haus. Bei Bernhard und seinen beiden jüngeren Geschwistern Marlene  (5) und Norbert (3) ist der Golden-Retriever-Welpe Lucky anfangs gar nicht willkommen: „Sie  sind alle drei oben auf dem Sofa gestanden und haben geschrien“, erzählt Heissinger.

Während die beiden jüngeren Geschwister bald mit Lucky herumtollen, geht Bernhard dem vierbeinigen Mitbewohner konsequent aus dem Weg. Lucky nimmt das keineswegs hin: „Ein halbes Jahr ist er ihm nachgelaufen und hat ihn gezwickt, wir haben nicht mehr gewusst, was wir tun sollen. Da ist er draufgekommen: Wenn ich den Hund angreif, dann zwickt er mich nicht. Und innerhalb von zwei Wochen hat er mit dem Hund gekuschelt und eine Woche drauf mit uns. Auf einmal hat sich der Bub selbstständig zu uns gesetzt und hat uns gedrückt. So ein Erlebnis, da drückt´s dir die Tränen heraus“, sagt Silvia Heissinger und kriegt feuchte Augen.

Jetzt hat Bernhard einen besten Freund in der Schule, kann zählen, rechnen, lesen. „In einem Jahr hat er drei Jahre Entwicklung nachgeholt“, kann’s die Mutter kaum fassen, „er braucht sicher noch Förderung, aber er ist eigentlich ein gesundes Kind.“

PETER KALAB


Wunderheiler auf vier Pfoten

NUSSBACH / Ein vierbeiniger  Spielgefährte steht bei vielen Kindern ganz oben auf der Wunschliste. Bei Bernhard Heissinger (in Bildmitte mit seinen Geschwistern Marlene und Norbert) war das anders: Der ehemals autistische Bub wollte mit Lucky nichts zu tun haben und ging dem neuen Familienmitglied konsequent aus dem Weg. Doch der Golden Retriever vollbrachte ein kleines Wunder. Er holte Bernhard aus seiner krankheitsbedingten Isolation.


Anmerkung von HPilhar

Ein Hund ist DIE Patentlösung für das konstellierte Kind. Die bisherigen Probleme verblassen und die ganze Welt dreht sich nur mehr um diesen Hund. Das Kind kann dadurch seine Konstellation lösen (Konflikte werden gegenstandslos) und in kürzester Zeit und in Riesenschritten den bisherigen Reifestopp wieder wettmachen.

2 Idee über “Autistisch: Lucky holte Bernhard aus Isolation

  1. Pe sagt:

    Was für ein schöner Ausgang für die Eltern und das Kind.

    Was aber wenn der Hund stirbt, ist es möglich, dass das Kind dann wieder in seine autistische Welt eintaucht und alles ist wie zuvor?

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